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Hippolytus von Rom († um 235) - Widerlegung aller Häresien (Refutatio omnium haeresium)
Buch IV.

33.

Sobald der Magier mit seinem leeren Geschwätz zu Ende ist, erscheint auf dem Estrich Asklepios im Feuer. Auch stellt jener ein Becken voll Wasser in die Mitte, ruft alle Götter an, und sie erscheinen. Denn jeder Anwesende, der in das Becken schaut, sieht sie alle, auch die Artemis mit ihren bellenden Hunden. Nun wollen wir aber auch noch berichten, wie sie es anstellen. Der Magier taucht nämlich die Hände in den Kessel mit scheinbar siedendem Pech. Er hat aber Essig und Soda samt dem flüssigen Pech hineingetan und den Kessel gewärmt. Der Essig, mit Soda gemischt, bringt, sobald er ein wenig Wärme aufnimmt, das Pech in Bewegung, daß es an der Oberfläche Blasen wirft, und, wenn auch nur scheinbar, siedet. Oft wäscht er sich auch zuvor die Hände mit Salzwasser. Deshalb brennt er sich nicht, selbst wenn das Pech wirklich siedet. Einreiben der Hände mit einer Essiglösung von Myrthe, Soda und [S. 70] Myrrhe schützt gegen Verbrennen, ebenso Salben der Füße mit Hausenblase und Salamander. Daß die Pyramide wie eine Fackel brennt, obwohl sie aus Stein ist, hat folgende Ursache. Sie ist aus Kreide in Pyramidenform geschnitten, in der Färbung wie ein milchweißer Stein, und wird in folgender Weise präpariert. Der Magier durchtränkt den Klumpen reichlich mit Öl, setzt ihn auf Kohlen, trocknet ihn, durchtränkt ihn noch einmal, erhitzt ihn ein zweites und drittes Mal und macht ihn so brennbar, auch wenn er ins Wasser getaucht wird. Er hat ja viel Öl in sich. Der Opferherd entzündet sich aber von selbst, wenn der Magier opfert; es liegt statt der Asche gelöschter Kalk und viel zerkleinerter Weihrauch darauf. Den Rauch von pechgetränkten Fackeln und von leeren, inwendig Feuer bergenden Galläpfeln1 bläst er während geraumer Zeit aus dem Munde; er hat Feuer in einen Gallapfel getan, ihn mit Werg umwickelt und im Munde angeblasen. Das Linnentuch über dem Becken, in das er die Kohlen wirft, brennt wegen des darunter befindlichen Salzwassers nicht, auch ist es selbst vorher mit Salzwasser getränkt worden, dann mit Eiweiß samt Alaunlösung eingerieben. Wenn man damit noch Saft der Hauswurz mit Essig mischt und es lange Zeit vorher tüchtig aufträgt, dann bleibt es, hiermit durchtränkt, gänzlich unverbrennbar.

1: Ganschinietz.

 

 

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Einleitung. Widerlegung aller Häresien

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger