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Gregorius Thaumaturgus († 270-75) - Sendschreiben kirchlicher Verordnungen (Epistula canonica)
Sendschreiben des heiligen Gregorius, des Erzbischofs von Neocäsarea, des Wundertäters, enthaltend die kirchlichen Vorschriften über die, welche bei dem Einfalle der Ausländer Fleisch von Götzenopfern gegessen oder andere Fehltritte begangen hatten.

Zweite Vorschrift.

Es ist etwas Entsetzliches um die Habsucht und es ist unmöglich in einem einzigen Briefe die Stellen der heiligen Schrift aufzuführen, in welchen nicht bloß der Raub für verabscheuungswürdig und abscheulich erklärt wird, sondern die Habgier überhaupt und das Trachten nach fremdem Gute in schändlicher Gewinnsucht; und jeder, der sich dessen schuldig macht, soll aus der Kirche Gottes ausgewiesen werden. Wenn aber zur Zeit eines feindlichen Einfalles bei so großem Jammer und so vielen Tränen einige so verwegen sind zu glauben, eine Zeit, die allen Verderben bringt, sei für sie eine Zeit des Gewinnes, so verrät das Menschen, die gottlos und Gott verhaßt sind, und deren unsinniges Gebahren durch nichts mehr übertroffen werden kann. Daher haben wir beschlossen solche Leute für ausgeschlossen zu erklären, damit nicht auf das ganze Volk der Zorn falle und in erster Linie auf die Vorgesetzten selbst, weil sie nicht einschreiten. Ich fürchte nämlich, wie die Schrift sagt, der Gottlose möchte auch den Gerechten mit ins Verderben ziehen1; denn es heißt2: „Unzucht und Habsucht, um derentwillen der Zorn Gottes kommt über die Söhne des Ungehorsams. Habt also keine Gemeinschaft mit ihnen; denn ihr waret einstens Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn! Wandelt wie Kinder des Lichtes (denn die Frucht des Lichtes besteht in aller Tugendhaftigkeit und Wahrheit) und beweiset so, was dem Herrn [S. 266] wohlgefällig ist, und nehmet nicht Anteil an den unfruchtbaren Werken der Finsternis, sondern weiset sie vielmehr zurück; denn das, was von ihnen in der Verborgenheit geschieht, läßt sich anständigerweise gar nicht aussprechen; alles aber, was zurechtgewiesen wird, wird vom Lichte offenbar gemacht". Das sind die Worte des Apostels. Wenn sich aber solche, die für ihre frühere Habsucht büßen, deren sie sich im Frieden schuldig gemacht haben, zur Zeit des Zornes3 wieder zur Habsucht verleiten lassen und Gewinn ziehen aus dem Blute und Verderben von vertriebenen oder gefangenen oder ermordeten Mitmenschen, was läßt sich da anders erwarten, als daß sie, im Dienste der Habsucht kämpfend, das Maß des Zornes häufen über sich selbst und über das ganze Volk?

1: Gen. 18, 23.
2: Eph. 5, 5.
3: des göttlichen Strafgerichtes.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger