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Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Achtes Buch, Luk. 16,14-19,27
7. Das Gespräch mit dem Reichen, Luk. 18, 18―23: Der Reiche spricht Christus nur relative, nicht absolute Güte zu. „Niemand ist gut“ ist in Beziehung auf die Menschen, nicht auf den Gottessohn gesprochen (65). Der Gottessohn teilt die eine Güte mit dem Vater: Vernunft- (66) und Schriftbeweis hierfür (67—69).

68.

Doch ihr wähnt, Gott sei deshalb gut, weil ihm kein Gericht zukommt, das notwendig Strafe verhängen müßte. Wiewohl bereits im vorausgehenden betont wurde, daß der Herr "ein guter Richter dem Hause Israel ist", liest du doch auch an einer anderen Stelle: "Wie gut ist der Gott Israels gegen die, so rechten Herzens sind!"1 . Von wem nun glaubt ihr dies ausgesagt, vom Vater oder vom Sohne? Wenn vom Vater: dann ist er folgerichtig nicht gegen alle gut: warum wollt ihr also den Sohn als minderwertig hinstellen? Wenn vom Sohn, dann bekennt ihr folgerichtig auch den Sohn als den guten Gott; denn er ist "der gepriesene Gott Israels, der heimsuchend kam und die Erlösung seines Volkes bewirkte"2 . Er ist der König und Gott Israels, dem das Bekenntnis gilt: "Meister, Du bist der Sohn Gottes, Du bist der König Israels"3 . So will [der Herr] auch hier sagen: Nachdem du, ein Versucher, keinen Sinn hast für mein Gutsein: was nennst du mich gut? Wohl bin ich, dem das Gutsein von Natur, nicht nur vorgeblich eignet, gut, doch nur denen, "die rechten Herzens sind"4 . Gut also ist der Sohn; "denn er ist der Abglanz des ewigen Lichtes, der makellose Spiegel der Erhabenheit Gottes und das Bild seiner Güte"5 . Wie sollte der nicht gut sein, der "das Bild der Güte" ist? Wie nämlich das Bild Gottes Gott ist, aber der eine Gott, so ist auch das Bild der göttlichen Güte gut, aber die eine Güte. Mir aber kann es gewiß nur frommen, wenn ich Gott für gut halte, den ich zum Richter über meine Sünden haben werde. Jene mögen zusehen, die ihn nicht für gut halten wollten! Weil nun der Versucher ein Gesetzeskundiger war, wie in einem anderen Buche dargetan wurde6 , versetzte [der Herr] zutreffend: "Niemand ist gut außer der eine Gott"7 . Er wollte daran gemahnen, daß geschrieben steht: "Du sollst den Herrn deinen Gott nicht versuchen!8 . Er sollte vielmehr lieber "dem Herrn bekennen, daß er gut ist"9 .

1: Ps 72,1
2: Lk 1,68
3: Joh 1,49
4: Ps 72,1
5: Wh 7,26
6: cf.De fide II
7: Mk 10,18
8: Mt 4,7; Dt 6,16
9: Ps 135,1

 

 

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. 1. Das Verbot der Ehet...
. 2. Vom reichen Prasser ...
. 3. Vom Zurechtweisen ...
. 4. Vom Glauben und ...
. 5. Von der Wiederkunft ...
. 6. Die Segnung der ...
. 7. Das Gespräch mit ...
. . 65.
. . 66.
. . 67.
. . 68.
. . 69.
. 8. Die Gefahren des ...
. 9. Die Blindenheilung ...
. 10. Das Gleichnis von ...

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger