Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte) Achtes Buch, Luk. 16,14-19,27 6. Die Segnung der Kinder, Luk. 18,15-17
61. Jetzt beachte den Unterschied in der Ausdrucksweise! Wo er die Kleinen zu sich herankommen heißt, um sie sei es mit feierlichen Worten, sei es durch Handauflegung zu segnen, nennt er sie Kinder1 , wo er gebietet, man dürfe ihnen kein Ärgernis geben, nennt er sie Kindlein2 ; denn kein Ärgernis erleiden die, welche von Christus berührt werden, keinen Fall erleiden die, welche Christus nahen, wohl aber fallen jene, welche nicht das zarte Alter, sondern schwächliche Tugend zu Schwächlingen machte. Zugleich auch mahnt er, man solle Schwache nicht in Versuchung führen, daß nicht ihre Sünden wider uns sich kehren; denn wenn sie auch selbst an Tugendverdiensten schwach sind, steigt doch ihr Flehen unter dem Beistand der Engel zum Herrn empor. Niemand spotte denn eines Armen! Denn damit "reizt er den, welcher ihn erschaffen hat"3 . Niemand versuche einen Schwachen, um nicht die Engel zu beleidigen! Niemand bringe einen Wankenden zu Fall, um nicht das Wohltun des Erlösers zu vereiteln!
1: Lk 18,15f.;Mt 19,13 f. 2: Lk 17,2;Mt 18,6f. 3: Spr 17,5
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