Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Achtes Buch, Luk. 16,14-19,27
5. Von der Wiederkunft Christi und dem Gerichte, Luk. 17, 20―37: Die Antwort Jesu auf die Jüngerfrage (33). Das Nichtwissen des Zeitpunktes der Parusie durch den Sohn, d. i. den Menschensohn oder den Gottessohn (34) keine Instanz gegen die Allwissenheit, bezw. Konsubstanzialität des Gottessohnes (35—36). Keine Verurteilung der Ehe, sondern nur der geschlechtlichen Unenthaltsamkeit (37). Allegorische Deutungen von Judäa, Berge (38—39), Dach (40), Hausgeräte (41—42), Acker (43), Rock (44), Rückwärtsblicken (45). Der Antichrist Finsternis, Christus ein aufleuchtender Blitz (46). Die Vergeltung Gottes nach Verdienst, die Bewertung des Verdienstes nach der Intention (47). Die zwei mahlenden Frauen (Luk. 17, 35) die Synagoge und die Kirche, bezw. die sündhafte und die tugendhafte Seele; die Mühle diese Welt (48). Die zwei Arbeiter auf dem Felde der geistige und fleischliche Sinn des Menschen, entsprechend dem zweifachen Gesetz in uns (49—51), oder aber das zweifache, d. i. gläubige und ungläubige Volk in der Welt (52—53). „Wo ein Leib (Leichnam) ist, werden sich die Adler versammeln“: allegorisch-mystische Reflexionen (54—56).

48.

"Zwei beim Mahlen in der Mühle". Der Sinn zwar ist folgender: es scheinen damit solche bezeichnet zu werden, die insgeheim Nahrungsmittel sich verschaffen und aus der Verborgenheit an die Öffentlichkeit bringen. Dennoch bleibt zu untersuchen, was diese Frauen mahlen: ob nicht dies, was wir bei Jesaias lesen: "Wenn ihr Feinmehl herbeibringt, ist es umsonst"1 . Laßt uns denn prüfen, wer die mahlenden Frauen sind, was sie mahlen, oder was die Mühle bedeutet! Vielleicht bedeutet die Mühle diese Welt. In ihr begegnet uns, wie ich noch passender glaube, das Bild des menschlichen Leibes wieder; in ihr ist unsere Seele gleichsam wie in einem leiblichen Kerker eingeschlossen, um himmlisches Brot2 , wenn sie damit vorlieb nimmt, zu bereiten. In dieser Mühle nun vermag die der Sündenschuld verfallene Synagoge, bez. die Seele, wenn sie den mürben, durch schwere Nässe verdorbenen Weizen mahlt, dessen inneren Gehalt nicht von der äußeren Kleie zu sondern und wird darum zurückgelassen werden, weil ihr Mehl kein Gefallen fand. Dagegen aber bringt die durch keine Sündenmakel befleckte Kirche, bez. Seele, die solchen Weizen mahlt, der vom warmen Strahl der ewigen Sonne ausgereift ist, den der Herr nach seinem Willen kleidete3 und die Engel von jedem Stäubchen Unrat reinigten4 , nur gutes Feinmehl aus dem Inneren des Menschen Gott dar und macht so ihre Opfergaben ihm genehm.

1: Is 1,13 LXX
2: vgl. Joh 6,50f.59
3: vgl. Lk 12,28; Mt 6,30
4: vgl.Ps 77,25

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Bilder Vorlage

Navigation
Proömium
Erstes Buch, Luk. 1, 1...
Zweites Buch, Luk. ...
Drittes Buch, Luk. ...
Viertes Buch, Luk. ...
Fünftes Buch, Luk. ...
Sechstes Buch, Luk. ...
Siebtes Buch, Luk. ...
Achtes Buch, Luk. 16,1...
. 1. Das Verbot der Ehet...
. 2. Vom reichen Prasser ...
. 3. Vom Zurechtweisen ...
. 4. Vom Glauben und ...
. 5. Von der Wiederkunft ...
. . Mehr
. . 39.
. . 40.
. . 41.
. . 42.
. . 43.
. . 44.
. . 45.
. . 46.
. . 47.
. . 48.
. . 49.
. . 50.
. . 51.
. . 52.
. . 53.
. . 54.
. . 55.
. . 56.
. 6. Die Segnung der ...
. 7. Das Gespräch mit ...
. 8. Die Gefahren des ...
. 9. Die Blindenheilung ...
. 10. Das Gleichnis von ...

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger