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Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Achtes Buch, Luk. 16,14-19,27

3. Vom Zurechtweisen und Vergeben, Luk. 17, 3―4: Rigorismus und Laxismus sind zu verpönen. Freundliche Zurechtweisung erzielt mehr als polterndes Vorgehen (21). Das Sündigen ,wider Gott‛ und ,wider den Menschen‛ (22). Die Siebenzahl die Sabbatzahl: darum das siebenmalige Vergeben, bezw. Wiederkommen des Sünders (Luk. 17, 4) (23—24). Der ,große Sabbat‛ die Auferstehungszeit. Die fünfzig Tage auf Pfingsten lauter Oster- und Herrentage (25). Der Ostersonntag im mystischen Sinn (26—27).

21.

Wenn dein Bruder wider dich sündigt, so verweise es ihm1 . Wie trefflich ließ er auf den in Strafqualen schmachtenden Reichen das Gebot der Vergebung folgen, die zumal jenen zu gewähren ist, die sich von der Sünde bekehren, damit nicht Verzweiflung einen hindert, sich von Schuld abzuwenden! Wie maßvoll aber ist er! Es soll einerseits die Vergebung nicht schwer, andererseits der Nachlaß nicht leicht gewährt werden; es soll weder schroffes Vorgehen zur Entmutigung, noch Nachsicht zur Ermutigung zu Schuldvergehen führen. So heißt es auch an einer anderen Stelle: "Wenn dein Bruder wider dich gesündigt hat, so gehe hin und weise ihn zurecht zwischen dir und ihm!"2 . Mehr nämlich erreicht freundliche Zurechtweisung als polternde Anklage: erstere flößt Beschämung ein, letztere erregt Erbitterung. Man halte lieber an der Regel fest: der Gemahnte soll gewärtigen müssen entlarvt zu werden. Gut ist es überhaupt, daß der Zurechtgewiesene in dir mehr einen Freund denn einen Feind erblickt; denn leichter wird er so guten Ratschlägen sich fügen als verletzender Strenge sich beugen. Daher auch des Apostels Mahnung: "Weiset ihn zurecht als Bruder", daß er erröte, "betrachtet ihn nicht als Feind!"3 . Ein schwacher Wächter nämlich ist auf die Dauer die Furcht, eine tüchtige Zuchtmeisterin der Pflicht die Scham; denn wer fürchtet, läßt sich wohl einen Zügel anlegen, nicht bessern; wer sich etwas zu tun schämt, folgt der inneren Natur.

1: Lk 17,3
2: Mt 18,15
3: 2 Thess 3,15

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger