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Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Achtes Buch, Luk. 16,14-19,27

2. Vom reichen Prasser und vom armen Lazarus. Luk. 16, 19―31: Eine Erzählung, keine Parabel. Der Grund und die Art der Höllenstrafe des reichen Prassers und des Himmelslohnes des armen Lazarus, bezw. eines echten Aposteljüngers (13). Das Brot des Glaubens. Die Brosamen vom Tische des Reichen die einzelnen Glaubenssätze, bezw. Schriftworte (14—16). Der Häretiker ein reicher Prasser, der Gläubige ein armer Lazarus (17). Von der „großen Kluft“ zwischen dem Reichen und Armen im Jenseits. Die bloße Entbehrung schon eine Strafe für den Prasser (18). Das Alte Testament eine starke Glaubenswehr (19). Die Parabeln vom ungerechten Verwalter und vom reichen Prasser Mahnungen zur Mildherzigkeit (20).

13.

Ein reicher Mann aber war in Purpur gekleidet1 . Es scheint mehr eine Erzählung als eine Parabel zu sein, nachdem ausdrücklich auch der Name [Lazarus] berichtet wird2 .Nicht umsonst aber zeigte hier der Herr den Reichen, nachdem er die irdischen Genüsse durchgekostet hatte, in ewiger Hungersqual in der Hölle3 ; nicht ohne Grund auch scheinen ihm gleichsam auf Grund eines natürlichen Bruderbandes fünf Brüder, d.i. die fünf Sinne des Leibes beigesellt worden zu sein4 , die in maß- und zahllosen Begierden entbrannt waren. Den Lazarus hingegen versetzte er in Abrahams Schoß5 , gleichsam eine Art Ruheschoß und abgeschiedene Heimstätte der Heiligkeit, daß wir nicht von der Lust des Augenblicks verführt, in Lastern bleiben, oder aber von der Unlust an Mühen übermannt, den Beschwerlichkeiten aus dem Wege gehen. Ob nun ein Lazarus, "arm auf der Welt"6 , doch reich im Besitze Gottes, ob ein Aposteljünger, arm an Wort, "reich an Glauben"7 - nicht jede Armut nämlich ist heilig, bez. nicht jeder Reichtum sündhaft: wie vielmehr Genußsucht den Reichtum in Verruf bringt, so empfiehlt Heiligkeit die Armut - ob also ein Aposteljünger, der den wahren Glauben festhält, nicht auf Wortgepränge, Scheingründe, prunkende Gedankeneinkleidung ausgeht: er empfängt Lohn mit reichem Zinszuwachs. Wenn er die Häretiker bekämpft, einen Mani, Marcion, Sabellius, Arius, Photinus - diese sind nämlich nichts anderes als die Brüder der Juden, mit denen sie das Bruderband des Unglaubens verbindet - wenn er desgleichen des Fleisches Begierden bezähmt, welche, wie gesagt, von jenen fünf Sinnen angefacht werden, empfängt er, ich wiederhole es, Lohn, um reichen Zuwachs gemehrt, der übergroße Schätze aufwiegt und ewigen Zinsgenuß abwirft.

1: Lk 16,19
2: ebd. 20 ff.
3: ebd. 22 ff.
4: ebd. 28
5: ebd 22
6: Jak 2,5
7: ebd.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger