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Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Siebtes Buch, Luk. 9,27-16,13
17. Das Gleichnis vom Sauerteig, Luk. 13, 20―21: Der Sauerteig im geistigen Sinn Christus (187). Mystische Beziehung der drei Maß Mehl (Matth. 13, 33) auf Christus (188), bezw. auf diese Welt (189). Der Sauerteig die Lehre der Kirche (190), die drei Maß Mehl Leib, Seele und Geist des Menschen (191): letztere durch den geistigen Sauerteig schon auf Erden (192—193), um so mehr im Jenseits ein Ganzes (194).

194.

Wenn nun schon in diesem Leben die drei Maß (im übertragenen Sinn) in ein und demselben Sauerteig verbleiben, bis sie durchsäuert und ein Ganzes werden, so daß kein Unterschied mehr an der gleichartigen Masse hervortritt und unsere Zusammensetzung aus drei verschiedenen Bestandteilen nicht mehr ersichtlich ist, so werden auch in der Zukunft jene, die in Liebe Christus anhängen, einer unvergänglichen Gemeinschaft sich erfreuen, und werden wir nicht als zusammengesetzte Wesen1 fortexistieren; denn wenn wir auch jetzt zusammengesetzt sind, werden wir doch in Zukunft eins sein und in eine einheitliche Substanz umgewandelt werden2. Bei der Auferstehung wird nämlich nicht ein [S. 435] Bestandteil niedriger sein als der andere, wie jetzt das schwache Fleisch3 in uns gebrechlich und unser leiblicher Naturzustand sei es Wunden ausgesetzt, sei es Unbilden unterworfen, sei es, von der Schwere der eigenen Last niedergedrückt, außerstande ist zur Höhe den Flug zu nehmen und den Wandel zu richten; wir werden vielmehr in den Verklärungszustand eines einheitlichen Geschöpfes umgewandelt werden, sobald sich der Ausspruch des Johannes erfüllen wird: „Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, aber noch ward es nicht offenbar, was wir sein werden; doch wir wissen, daß wir, wenn es offenbar werden wird, ihm ähnlich sein werden‟4. Da nun Gottes Natur einheitlich ist ― „Gott ist ja Geist‟5 ― so werden auch wir „in dasselbe Bild umgewandelt werden‟6, so daß „wie der Himmlische so auch die Himmlischen sein werden‟7. So laßt uns denn, „wie wir das Bild jenes Irdischen getragen haben, auch das Bild dieses Himmlischen tragen8, das unser Geist annehmen muß!

1: im sittlich-religiösen Sinn.
2: Vgl. 2 Kor. 3, 18.
3: Gal. 4, 13.
4: 1 Joh. 3, 2.
5: Joh. 4, 24.
6: 2 Kor. 3, 18.
7: 1 Kor. 15, 48.
8: 1 Kor. 15, 49.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger