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Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Siebtes Buch, Luk. 9,27-16,13
14. Das Gleichnis vom Feigenbaum, Luk. 13, 6―9: Eine Lieblingsparabel des Herrn (160). Der blätterstrotzende Baum (161), der statt Blüten die abfallende Frühfeige treibt (162), Bild der Synagoge. Die Apostel Frühfeigen, die zur Vollreife gelangten (163). Das deckende Feigenblatt der Stammeltern und seine symbolische Bedeutung (164—165). Der Besitzer des Feigenbaumes (Christus). Seine aus Gnadenerweisungen erkennbare Ankunft (166). Des Gärtners (Petrus) Fürbitte (167). Grund der Unfruchtbarkeit der Synagoge: Verstockung und Hochmut. „Der Korb Dünger“ (168). Eine Fruchtbarkeit der Synagoge möglich (169) und von der Taufe bedingt (170). Anwendung der Parabel auf uns (171). Der Feigenbaum als Bild der Ruchlosigkeit überhaupt: eine weniger korrekte Annahme (172).

172.

Manche erblicken jedoch im Feigenbaum [S. 420] allegorisch ein Sinnbild nicht der Synagoge, sondern der Schlechtigkeit und Ruchlosigkeit. Sie gaben damit gleichwohl keineswegs eine abweichende Auslegung; nur setzen sie statt des Besonderen lieber das Allgemeine. Sie wollen aber, wie sie sagen, dem Umstand Rechnung tragen, daß der Herr über den Feigenbaum sprach: „Nimmer komme von dir Frucht in Ewigkeit!‟1 Von den Juden hätten doch, wie männiglich bekannt, gar viele den Glauben angenommen und würden ihn auch in Zukunft annehmen. Indes ein solcher Gläubige ist nicht mehr eine Frucht der Synagoge, sondern der Kirche und wird nicht von der Synagoge geboren, sondern von der Kirche wiedergeboren. Denn wie es (Antichristen) gibt, die „von uns ausgingen, aber nicht von uns waren; denn wenn sie von uns gewesen wären, würden sie bei uns geblieben sein‟2, so sagen wir auch von den Gläubigen aus dem Judenvolke: Wenn sie von der Synagoge gewesen wären, würden sie bei der Synagoge geblieben sein; doch deshalb traten sie aus der Synagoge aus, daß man sich überzeuge, sie seien nicht von der Synagoge gewesen. Ferner würde ja andernfalls (der Gärtner) für die Schlechtigkeit sich bemüht und gefordert haben, man solle sie pflegen, daß sie Frucht bringe; und doch ist der Herr gekommen, die Ruchlosigkeit mit der Wurzel auszurotten3. <

1: Matth. 21, 19.
2: 1 Joh. 2, 19.
3: Vgl. 1 Joh. 3, 5.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger