Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Siebtes Buch, Luk. 9,27-16,13
12. Christus ein Zwiespalterreger in der Menschheit? Luk. 12, 51―53: Die Stelle ist im geistigen Sinn zu deuten (134), hebt darum die Pietätspflichten nicht auf (135), sondern stellt sie nur den religiösen Pflichten nach (136). Die buchstäbliche Erklärung der Zahlen würde nicht absurd sein (137). Nach der mystischen Auslegung bedeutet das „eine Haus“ den Menschen; die „zwei“ Uneinigen den Leib und die Seele (138); die „drei“ das dreifache Seelenvermögen (139); die „fünf“ möglicherweise die Sinne des Leibes (140). Leib und Seele durch die Sünde entzweit, durch Christus geeint. Worin äußerte sich deren Entzweiung (141)? Worin deren Einigung (142)? Leib und Seele die Erzeuger der Sünde (143): die Trennung dieser Eltern von den Kindern (144—145), der Kinder von diesen Eltern (146). Christi Blut, Gottes Wort wandelt die Sünde in Gnade (147), die Sinnlichkeit in Gottesliebe (148).

136.

[Forts. v. [S. 400] ] Doch wenn wir beachten wollten, daß zuerst die Sache der Religion, in zweiter Reihe die Sache der Pietät kommt, dürften wir auch diese Frage für gelöst betrachten. Das Menschliche muß dem Göttlichen nachgestellt werden; denn wenn man schon den Eltern Liebe und Gehorsam erweisen muß, um wieviel mehr dem Urheber der Eltern, dem man seine Eltern selbst zu danken hat? Oder wenn diese den (himmlischen) Vater nicht anerkennen, wie solltest du es? Es heißt nicht: man muß auf die Kinder verzichten, sondern: man muß Gott allem vorziehen. So liest man auch in einer anderen Schrift: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert‟1. Das Verbot lautet nicht: du darfst die Eltern nicht lieben, sondern: du darfst sie Gott nicht vorziehen. Der natürliche Kindersegen ist eine Wohltat des Herrn, niemand aber darf die Wohltat, die er empfangen, mehr lieben als Gott, von welchem er die Wohltat empfangen hat, die er wahrt. ― So gebricht es denn selbst jenen frommen Auslegern, welche den Literalsinn festhalten wollen, nicht an einer gottesfürchtigen Erklärung. Doch noch aus einem zweiten Grund ist nach unserem Dafürhalten ein höherer Sinn anzunehmen, weil nämlich der Herr beifügte:

1: Matth. 10, 37.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Bilder Vorlage

Navigation
Proömium
Erstes Buch, Luk. 1, 1...
Zweites Buch, Luk. ...
Drittes Buch, Luk. ...
Viertes Buch, Luk. ...
Fünftes Buch, Luk. ...
Sechstes Buch, Luk. ...
Siebtes Buch, Luk. ...
. Mehr
. 4. Das Gleichnis vom ...
. 5. Martha und Maria ...
. 6. Eine Gebetsunterweisung ...
. 7. Eine Verteidigungsrede ...
. 8. Rede wider die Zeic...
. 9. Mahnungen an die ...
. 10. Das Gleichnis vom ...
. 11. 11. Die Feuersendung ...
. 12. Christus ein Zwies...
. . 134.
. . 135.
. . 136.
. . 137.
. . 138.
. . 139.
. . 140.
. . 141.
. . 142.
. . 143.
. . 144.
. . 145.
. . 146.
. . 147.
. . 148.
. 13. Von den Zeichen ...
. 14. Das Gleichnis ...
. 15. Sabbatheilung an e...
. 16. Das Gleichnis vom ...
. 17. Das Gleichnis vom ...
. 18. Das Pharisäer ...
. 19. Die Sünderliebe ...
. 20. Das Gleichnis vom ...
Achtes Buch, Luk. 16,1...

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger