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Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Siebtes Buch, Luk. 9,27-16,13
10. Das Gleichnis vom törichten Reichen, Luk. 12, 13―24: Moralische Auslegungen: „Das Erbe der Unsterblichkeit, nicht Geld soll der Mensch anstreben“; nicht Geld, sondern „die Tugend gibt dem Toten das Geleite“ (122). Kein Grund zu Nahrungssorgen für den Menschen (123); deren Ursache letzten Endes die menschliche Habsucht (124), deren Gegenmittel das Gottvertrauen (125). — Mystische Auslegungen: Die Lilien bedeuten die Engel, „die Blumen dieser Welt“ (126). Die Lilien gedeihen unabhängig von des Landmannes Mühe und der Witterung Gunst (127) nur in den (Tugend-) Gärten. Christus die Lilie des Tales (128). Schlußmahnungen und Schlußfolgerungen (129—130).

126.

[S. 393] Doch, um auch noch den höheren Sinn von dem ins Auge zu fassen, so scheint es nicht umsonst zu sein, daß die Blume sei es dem Menschen verglichen, sei es sicherlich sogar in Salomo fast den Menschen vorgezogen wird1. Hatte doch dieser das so hohe Verdienst, einerseits sichtbar Gott einen Tempel zu bauen2, andererseits geheimnisvoll Christi Kirche vorzubilden. Darum scheint es nicht ungereimt zu sein, wenn wir in der Farbenpracht (der Blume) einen Ausdruck der Herrlichkeit der Engel des Himmels erblicken; denn sie sind wahrlich die Blumen dieser Welt, weil sie mit ihrem Lichtglanz die Welt schmücken und den Wohlgeruch der Heiligung verbreiten. Auf ihren Schutz gestützt, können wir ausrufen: „Ein Wohlgeruch Christi sind wir für Gott unter denen, die gerettet werden‟3, die von keiner Sorge ab-, von keiner Mühewaltung hingehalten, die Gnade der göttlichen Freigebigkeit gegen sich und die Ausstattung ihrer himmlischen Natur wahren. Mit Recht wird daher Salomo sowohl an dieser Stelle „mit seiner Herrlichkeit bekleidet‟4, wie auch an einer anderen Stelle damit „bedeckt‟5 eingeführt; denn die Kraft des Geistes bedeckte gleichsam die Schwachheit seiner leiblichen Natur und die Herrlichkeit der Werke umkleidete sie. Gleichwohl aber verdienen die Engel, deren Natur, noch in höherem Grade vergöttlicht, frei von leiblicher Unbilde bleibt, selbst noch dem größten Manne gegenüber, der sich denken läßt, den Vorzug vor unserer Armseligkeit. Weil nun die Menschen kraft der Auferstehung sein werden „wie die Engel im Himmel‟6, darum sollen auch wir nach dem Beispiele der Engel die Mehrung der himmlischen Glorie dem Gebote des Herrn zufolge, der sie auch ihnen verlieh, zuversichtlich erwarten, bis dieses Sterbliche vom Leben verschlungen wird; „denn dieses Verwesliche muß anziehen die Unverweslichkeit und dieses Sterbliche anziehen die Unsterblichkeit‟7.

1: Luk. 12, 27.
2: 3 Kön. 6, 1 ff. [= 1 Kön.].
3: 2 Kor. 2, 15.
4: Luk. 12, 27.
5: Matth. 6, 29.
6: Matth. 22, 30.
7: 1 Kor. 15, 53 f.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger