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Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Siebtes Buch, Luk. 9,27-16,13

8. Rede wider die Zeichenforderer. Weherufe über die Pharisäer, Luk. 11, 29―54: Buße (Niniviten) tilgt, Weisheit (Königin von Saba) verhütet die Sünde (96—97). Gottes Wort das Licht, unser Glaube die Leuchte (98); das irdische Jerusalem ohne Licht und Leuchte (99). Nicht das Äußere, sondern die innere Gesinnung verunreinigt den Menschen (100). Mildherzigkeit ein Heilmittel wider die Sünde (101). Die schwere Versündigung der Juden wegen Ablehnung der christlichen Religion (102). Die Werke ohne den Glauben (103), der Glaube ohne die Werke nichtig (104). Die Juden als Totengräber (105); sie „machen das (Sünden-) Maß der Väter voll“ (106—108).

96.

Um dich überzeugen zu können, daß die Stelle von der Seligpreisung der Kirche1 das Volk der Synagoge in häßlichem Lichte erscheinen läßt, folgt nun:

„Dieses Geschlecht ist ein nichtsnutziges Geschlecht; es verlangt ein Zeichen, aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als das Zeichen des Jonas. Denn gleichwie Jonas den Niniviten ein Zeichen war, so wird auch der Menschensohn ein Zeichen sein‟2. Auch diese Stelle bringt deutlich auf die (vorausgehende) Verurteilung des Judenvolkes jenes Geheimnis der Kirche zum Ausdruck, wonach dieselbe in den Niniviten auf dem Wege der Buße3, in der Königin des Ostens im Wissensdurst nach Weisheit4 von den Enden des ganzen Erdkreises sich sammelt, um die Worte Salomos des Friedfertigen (Christus) zu vernehmen: ja fürwahr eine Königin, deren Reich ein einiges ist, aus den verschiedenen und entlegenen Völkern zu einem Leibe erstehend. So ist denn schon ersteres ein großes Geheimnis in Beziehung auf Christus und auf die Kirche5; doch letzteres ist noch ein größeres: jenes vorausgehende war typischer Art, jetzt aber hat sich das Geheimnis in Wahrheit erfüllt. Dort nämlich ist es [S. 378] der vorbildliche Salomo, hier aber der leibhaftige Christus. Aus zwei Typen nun setzt sich die Kirche zusammen: der eine weiß nichts vom Sündigen, der andere läßt ab vom Sündigen; denn die Buße tilgt die Sünde, die Weisheit verhütet sie. Soviel im mystischen Sinn.

1: Vgl. Luk. 11, 27―28.
2: Luk. 11, 29 f.
3: Luk. 11, 32 (Jon. 3, 5 ff.).
4: Luk. 11, 31 (3 Kön. 10, 1 ff. [= 1 Kön.]).
5: Eph. 5, 32.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger