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Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Siebtes Buch, Luk. 9,27-16,13
2. Von der Nachfolge Christi: Erfordernisse eines Jüngers Christi, Luk. 9, 49―62: Nicht auf die äußerliche Folgschaft sieht der Herr. Innere Religiosität und des Herrn Berufung bedingen die Jüngerschaft. Sittlich Schwache und Sünder sind an sich nicht ausgeschlossen, doch Vorsicht ist am Platze (22—29): Ausgeschlossen sind die Häretiker mit ihrer Fuchsnatur (30—31) und die von den Geistern der Bosheit („Vögel des Himmels“) besessenen Gottlosen (32). Die Pietät gegen Gott geht jener gegen die Menschen vor: Das Menschliche steht überhaupt dem Göttlichen nach (33—35). Vom dreifachen Tod: dem physischen, ethischen und mystischen (36—38). Das mystische Leben in Christus: sein Schatten im Diesseits, seine Enthüllung im Jenseits (39—40). Eine dreifache Totenbestattung im ethischen, mystischen und prophetischen Sinn (41—43).

29.

Um uns aber nicht den Anschein zu geben, als hätten wir unbedachtsam die Frage übergangen, warum der Herr denen, die kraft der Handauflegung im Namen Jesu den unreinen Geistern zu gebieten vermögen, es nicht verwehrt wissen will1, nach Matthäus hingegen zu denselben spricht: „Ich kenne euch nicht; weichet von mir, all ihr Übeltäter!‟2, so müssen wir beachten, daß keine Sinnverschiedenheit und kein Gedankenzwiespalt vorliegt, sondern daß dies dahin zu verstehen ist, daß an einem Kleriker nicht nur Amtsfunktionen, sondern auch Tugendwerke erforderlich sind, und daß Christi Name so groß ist, daß er selbst solchen, die weniger heiligmäßig sind, seinen Beistand (zu den Amtsverrichtungen) gewährt, wenn er auch keine (persönliche) [S. 344] Gnade gewährt. Keiner darf demnach auf sich pochen und das Verdienst der Läuterung eines Menschen (durch die Sakramentsspendung) sich zuschreiben; denn die Kraft des ewigen Namens, nicht irgendwelches Vermögen menschlicher Schwachheit war in ihm wirksam: nicht dein Verdienst, sondern der eigene Selbsthaß3 führte zur Besiegung des Teufels.

1: Luk. 9, 49 f.
2: Matth. 7, 23.
3: Vgl. Joh. 12, 25; Luk. 14, 26.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger