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Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Siebtes Buch, Luk. 9,27-16,13
1. Die Verklärung Christi, Luk. 9, 27―36: Der sittlich-pädagogische Zweck diesseitiger göttlicher Lohnvergeltungen (1). Christus unser Leben (2). Was bedeutet ,den Tod kosten‛ (3)? Es gibt lebende Tote und tote Lebende (4). Von der Nachahmung der Apostel (5). Mystische Deutung der „acht Tage“ (Luk.), bezw. der „sechs Tage“ (Matth. u. Mark.) im Verklärungsberichte (6—7). Nur Höhenwege führen zum Gipfel des Gottschauens (8). Warum werden „drei, und zwar drei Auserwählte“ auf den Berg der Verklärung geführt (9)? Moses und Elias Repräsentanten des Gesetzes und der Propheten (10). Auch wir können und sollen Moses und Elias (11), ja Christus selbst in der Verklärung schauen (12). Allegorische Deutung der weiß wie Schnee glänzenden Kleider Christi (13—17), des Hüttenbauens (18), der Beschattung (19) mit einer Lichtwolke (20). Vom Eins-werden im Glauben (21).

9.

[Forts. v. [S. 333] ] Unser viele haben ihn gekannt, weil unser viele sind, die ihn gesehen haben ― „wir haben ihn gesehen, und er hatte nicht Gestalt noch Schönheit‟1 ― aber drei nur, und zwar drei Auserwählte werden auf den Berg geführt. Wären es nicht Auserwählte, die ich schaue, würde ich mystisch in den Dreien den Inbegriff des Menschengeschlechtes vermuten, weil das ganze Menschengeschlecht seine Abstammung von den drei Söhnen Noes genommen hat. Oder vielleicht ist damit angedeutet, daß von allen nur jene zur Auferstehungsgnade zu gelangen verdienen werden, die Christus bekannt haben; denn „die Gottlosen stehen nicht zum Gerichte auf‟2, sondern werden, weil ihr Urteil schon vollzogen ist, der Strafe überantwortet3. Drei nun werden auserwählt auf den Berg zu steigen, weil desgleichen zwei erwählt werden mit dem Herrn zu erscheinen. Hier wie dort eine heilige Zahl. Und zwar dort vielleicht deshalb, weil niemand die Herrlichkeit der Auferstehung zu schauen vermag, außer wer in unverfälschter Glaubensweisheit das volle Geheimnis der Trinität wahrt. Petrus steigt hinauf, der die Schlüssel des Himmelreiches empfing4, Johannes, dem die (Gottes-) Mutter anvertraut wird5, Jakobus, der als erster den Thron des Priestertums besteigt6.

1: Is. 53, 2.
2: Ps. 1, 5 [hebr. Ps. 1, 5].
3: Sieh Allg. Einl., Bd. I S. XCVIII. CXIX f.
4: Matth. 16, 19.
5: Joh. 19, 27.
6: Die Stelle klingt sachlich wie sprachlich an Euseb., Hist. eccl. II 1 an, woselbst freilich von Jakobus, „dem Bruder des Herrn‟, die Rede ist.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger