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Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Sechstes Buch, Luk. 7,29-9,22
8. Das Petrusbekenntnis, Luk: 9,18―22: Das Petrusbekenntnis ein kurzer Inbegriff der Christologie (93). Petrus unser unerreichtes Glaubensvorbild (94—95). Parallele zwischen Christus und Elias, Jeremias, Johannes (96). Christi Selbstbezeichnungen (Licht, Fels usw.) auch Apostelattribute (97). Jeder Christ ein Fels. Die Pforten des Infernus die Pforten des Todes (98), d. i. der Sünde. Die Pforten der Kirche die Pforten der Tugend (99). Grund und Motiv der Vorausverkündigung des Leidens und der Auferstehung Christi (100). Das Schweigegebot: mehrfacher Grund für die Jünger (101), Grund für die Dämonen (102); es ist das zweite Schweigegebot (103). Die Predigtmethode der Apostel den Heiden gegenüber (104), aufgezeigt am Schema der Areopagrede des Paulus (105). Die Missionspredigt vor den Juden (106). Die Unterrichtsmethode bei den Katechumenen. Das Grundthema der christlichen Predigt Jesus der Gekreuzigte (107). Apologetische Beglaubigung der christlichen Grundwahrheit vom Erlösungstode Christi (108). Nur der Gottessohn vermochte die Welt zu erlösen (109).

104.

Die Lehrmethode (der Apostel)1 nun bildet die (christliche) Unterrichtsmethode. Darum sollen auch wir, wenn irgendwelche Heiden zur Kirche berufen werden, den Gang der Unterweisungen so einrichten, daß wir zuerst dartun, daß es einen Gott gibt, den Schöpfer der Welt und aller Dinge2, in welchem wir leben und sind und uns bewegen3, dessen Geschlecht wir auch sind4, so daß er nicht bloß ob der Gaben des Lichtes und des Lebens, sondern auch ob seiner gewissen Geschlechtsverwandtschaft von uns geliebt werden muß. Sodann mögen wir mit jenem Aberglauben, der sich an die Götzenbilder knüpft, aufräumen, indem doch dem Gold- und Silber- oder Holzstoff keine göttliche Kraft innewohnen könne5. Hat man nun überzeugend vom Dasein des einen Gottes gehandelt, wird man an der [S. 324] Hand seiner Offenbarung dartun, wie uns durch Christus das Heil verliehen wurde, indem man von dem ausgeht, was er im Leibe vollführte, und zwar als göttliches Wirken es aufzeigend, so daß er als mehr denn als bloßer Mensch erscheint; wie ferner durch des einen Kraft der Tod besiegt, der Tote vom Totenreiche auferweckt wurde6. Nur allmählich wächst der Glaube. Erst wenn Christus als ein übermenschliches Wesen erscheint, wird seine Gottheit Glauben finden. Beweist man nicht erst, daß er jene Dinge nicht ohne göttliche Kraft vollbringen konnte, wie ließe sich beweisen, daß ihm göttliche Macht innewohnte?

1: Die folgende Ausführung hält sich sichtlich an das Schema der Areopagrede des Paulus.
2: Apg. 17, 24.
3: Apg. 17, 28.
4: Apg. 17, 29.
5: Apg. 17, 29.
6: Apg. 17, 31.

 

 

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. 8. Das Petrusbekenntnis, ...
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger