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Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Sechstes Buch, Luk. 7,29-9,22
7. Das Brotwunder, Luk. 9, 10―17: Auf den Tod des Täufers (Typus des Gesetzes) folgt die Speisung (Brot des Evangeliums) des Volkes (69). Dem Brotwunder geht ein Heilungswunder, der Seelenspeise der Sündennachlaß voraus (70). Verschiedene Seelenspeisen entsprechend den unterschiedlichen Seelenzuständen: das Brot der Starken das Fleisch und Blut Christi (71—73). Keiner mangelt der Speise, außer durch eigene Schuld (74). Die vorbildliche Speise des Elias (75). Subjektive Erfordernisse für den Empfang der Speise Christi (76); die Rechenschaft hierüber vor Gottes Richterstuhl (77). Das Wort des Predigers eine Wegzehrung für den Gläubigen (78). Allegorische Deutungen der bei Lukas (= erste Brotvermehrung) und Matthäus (= zweite Brotvermehrung) unterschiedlichen Sach- und Personenumstände (79—92).

87.

[Forts. v. [S. 314] ] Zweifle nicht, daß die Speise, sei es in den Händen derer, die sie reichen, sei es im Munde derer, die sie genießen, sich mehrt! Kann doch überall unser eigenes Mitwirken als Zeugnis zur festen Beglaubigung angezogen werden. So rötete sich auf der Hochzeit (zu Kanaa), aus Bronnen quellend, der Wein unter den Händen geschäftiger Diener. Und sie, welche die Krüge mit Wasser gefüllt hatten, tranken auch des Weines, den sie nicht beschafft hatten1. Begreif, wenn du kannst, so große Wunderdinge! Hier mehren sich den speisenden Volksscharen die Brotstücke mit deren Austeilung und sammelt man an Resten von den fünf Broten noch mehr, als sie zusammen ausmachten: dort wandeln sich Elemente in eine andere Art: ihre Natur erleidet nicht die gewohnte Abnahme, kennt nicht den gewohnten Ursprung, erkennt jedoch die gewohnte Gebrauchsbestimmung wieder. Ja die natürliche Güte des verwandelten Weines übertrifft sogar noch die des Naturweines2. Denn es liegt im freien Belieben des Schöpfers, sowohl der Natur eines Dinges die Gebrauchsbestimmung, als auch einem werdenden Dinge die Natur zu geben, welche er will. Sieh, mit wie vielen Wirkungen er das Werk beglaubigt! Während noch der Diener das Wasser hineingießt, berauscht ihn der veränderte Geruch, belehrt ihn die verwandelte Farbe, mehrt ihm desgleichen der Geschmack des Trankes, den er schlürft, den Glauben.

1: Joh. 2, 1 ff.
2: Joh. 2, 10.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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