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Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Sechstes Buch, Luk. 7,29-9,22
5. Auferweckung der Tochter des Jairus und Heilung der blutflüssigen Frau, Luk. 8, 40―56: Das sterbende Kind das Bild der untergehenden Synagoge (54). Die blutflüssige Frau Typus der sich bekehrenden Heidenwelt, der Gottes Wort sich zuwendet (55—56). Die Sünde der Juden das Heil der Heiden (57). Die Heidenkirche eine Schöpfung der Gnade. Die Größe des Gottessohnes: nur dessen Saum vermag der Glaube zu berühren (58—59). Seine Allwissenheit (60). Zweck des Heilungswunders die Beglaubigung des folgenden Auferweckungswunders (61). Der Spott der Ungläubigen. Die Totenklage der Flötenspieler (62). Das Auferweckungswunder. Christi Fleisch und Blut auf den Altären unsere Speise (63). Unterschied bei der Erweckung des Sohnes der Witwe und der Tochter des Jairus (64).

57.

[S. 297] Warum aber die Berührung Christi „von rückwärts‟?1 Vielleicht weil geschrieben steht: „Hinter dem Herrn deinem Gott sollst du herziehen‟2. Wozu anders desgleichen die Bemerkung, daß sowohl des Vorstehers Töchterlein „im Alter von zwölf Jahren‟3 am Sterben lag, als auch jene Frau „seit zwölf Jahren‟4 am Blutflusse litt, als daß man einsehe, daß die Kirche, solange die Synagoge in Kraft stand, darniederlag? Der letzteren Schwäche bedeutet der ersteren Kraft ― denn „die Sünde jener ward den Heiden zum Heil‟5 ― ihr Ende der Kirche Anfang, nicht den natürlichen, sondern den Heilsanfang; denn „eine teilweise Verblendung kam über Israel, bis die Vollzahl der Heiden einginge‟6. Nicht also zeitlich, sondern gesundheitlich war die Synagoge älter denn die Kirche; denn solange jene glaubte, glaubte diese nicht und lag an verschiedenen Krankheiten des Leibes und der Seele siech darnieder, ohne daß ein Heilmittel Gesundung brachte. Da hörte sie von der Erkrankung des Judenvolkes, fing an Hoffnung auf ein Heilmittel zu ihrer Gesundung zu schöpfen, erkannte, daß die Zeit gekommen sei, daß ein Arzt vom Himmel erscheinen werde, erhob sich um dem Worte entgegenzueilen und sah, wie es von den Volksscharen umringt wurde7. Die Umringenden nämlich sind noch nicht gläubig, gläubig sind die Berührenden. Kraft des Glaubens berührt man Christus, nicht leiblich berührt man ihn, nicht mit den Augen gewahrt man ihn. Denn nicht sieht ihn, wer sehend nicht sieht; und nicht hört, wer das, was er hört, nicht versteht8, und nicht berührt, der nicht im Glauben die Berührung vornimmt. So sprach er denn, um den Glauben der berührenden (Frau) offenbar zu machen:

1: Luk. 7, 44.
2: Deut. 13, 4.
3: Luk. 7, 42.
4: Luk. 7, 43.
5: Röm. 11, 11.
6: Röm. 11, 25.
7: Luk. 8, 45.
8: Vgl. Matth. 13, 13 f. (Is. 6, 9 f.).

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger