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Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Sechstes Buch, Luk. 7,29-9,22
4. Die Stillung des Seesturmes. Christus im Gebiete der Gerasener, Luk. 8, 22―39: Allegorische Deutungen des Meeres, des Sturmes, des Schlafes usw. (40—43). Die Zahl, nicht die typische Bedeutung der gerasenischen Besessenen ist bei Matthäus und Lukas verschieden: hier wie dort sind sie Repräsentanten der Heidenwelt (44—45). Der Gottlose ist sich selbst Urheber des künftigen Strafloses (46). Das Schwein Sinnbild des lasterhaften Menschen (47); über diesen allein hat der Teufel Gewalt (48). Des Teufels Nachstellung Gottes Zulassung (49). Nur Christus der Heiland des sündigen Volkes (50—51). Allegorische Deutung der näheren Umstände der Rückkehr Jesu von den Gerasenern (52—53).

46.

Nicht nur unter einem einzigen Dämon, sondern unter der Anfechtung einer ganzen Legion hatte er zu leiden. Diese aber wußte voraus, daß sie in der Zeit der Ankunft des Herrn in die Abgründe verstoßen werden sollte, und fing nun, als sie ihn erblickt und erkannt hatte, zu bitten an, es möchte ihr gestattet werden in die Schweine zu fahren1. Da nun verdient vor allem die Milde des Herrn unsere Beachtung: bei niemanden macht er den Anfang zur Verurteilung, sondern jeder ist sich selbst der Urheber seiner Strafe. Die Dämonen werden nicht in die Schweine verstoßen, sondern verlangen selbst darnach, weil sie den hellen Glanz des himmlischen Lichtes nicht ertragen konnten, wie [S. 292] Augenkranke den Strahl der Sonne nicht aushalten können, sondern finstere Winkel vorziehen, lichte Stätten verlassen. Mögen denn die Dämonen fliehen vor dem Glanz des ewigen Lichtes und schon vor der Zeit in Ängsten der ihnen gebührenden Qualen gewärtig sein, indem sie wohl das Zukünftige nicht vorauswissen, aber doch der Weissagungen gedenken!2 Es kündet nämlich Zacharias: „Und es wird geschehen an jenem Tage, da wird ausrotten der Herr die Namen der Götzen von der Erde, und nicht länger wird man ihrer gedenken; und den unreinen Geist will ich ausbrennen von der Erde‟3. Wir erfahren also hieraus, daß sie nicht immer des Verbleibens haben werden und ihre Bosheit nicht ewig währen kann. Weil sie sonach jetzt schon jenes Straflos befürchteten, darum rufen sie aus: „Bist Du gekommen uns zu verderben?‟4 Voll Verlangen jedoch noch weiterhin da zu sein, bitten sie jetzt, da sie von den Menschen ausfahren, derentwegen ihrer, wie sie wissen, Strafe harrt, in die Schweine fahren zu dürfen.

1: Luk. 8, 30―33.
2: Vgl. Matth. 8, 29. Zum Verständnis des Folgenden sieh Allg. Einl., Bd. I S. LVIII.
3: Zach. 13, 2.
4: Matth. 8, 29.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger