Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Sechstes Buch, Luk. 7,29-9,22
2. Die Salbung Jesu durch die Sünderin. Die Parabel von den beiden Schuldnern, Luk. 7, 36―50: Scheinbarer Widerspruch zwischen dem Matthäus- und Lukasbericht (12). Allegorische Deutungen der Orts- und Personenumstände (13). Zwei verschiedene Salbungen bei Matthäus und Lukas (14). Die salbende Frau bei Matthäus eine Heilige (15), bei Lukas noch eine Sünderin (16) und Büßerin (17). Tränen des Sünders Erlösung, des Gerechten Erquickung (18). Symbolische Bedeutung des Berührens (19) und des Küssens der Füße Jesu (20). Die salbende Frau Typus der Kirche (21—22), das Haus des Pharisäers Typus des Gesetzes (23), die beiden Schuldner Typus des Judenvolkes und der Heidenkirche (24): letztere die größere Schuldnerin vor Gott (25), Schuldnerin der größten Liebe (26). Die mystische Bedeutung der Salbung Jesu: der Glaube die notwendige Voraussetzung verdienstlichen Wirkens (27—29). Die 300 (T) Denare als Kaufpreis der Salbe (Zahlen-) Symbol des Kreuzes Christi, des Kaufpreises der Heidenwelt (30―31). Die „Schätze der Weisheit“ die Glaubensgeheimnisse des Grabes Christi (32). Der Leib Christi die Hl. Schrift, bezw. die Kirche; seine Zubereitung durch das Predigtwort (33). Des Christen Salböl aus des Glaubens Blüten bereitet (34). Sünde, Gesetz und Gnade (35).

30.

Welches ist nun das Salböl dieser Frau? Wer könnte das vernehmen? Wer hätte ein solches Gehör, daß er, wenn Jesus ein Wort ausspricht, welches er vom Vater empfangen, oder vielmehr, weil er selbst das Wort1 ist, das so tiefe Geheimnisse erfassen könnte?2 Gewiß, die Jünger verstehen es zum Teil, wenn sie es auch nicht ganz verstehen. Darum glauben auch einige, die Jünger hätten davon gesprochen, daß um den Preis des Salböls der Glaube der Heiden hätte erkauft werden sollen, während doch dieser nur um den Preis des Blutes Christi erstanden werden mußte. Und das klingt wahrscheinlich. So führt auch der Evangelist Johannes eine Äußerung des Judas Iskariot an, wonach jenes Salböl auf dreihundert Denare geschätzt wurde; so nämlich liest man: „Denn es hätte um dreihundert Denare verkauft und den Armen gegeben werden können‟3. Die dreihundert Denarmünzen aber weisen klar auf das Kreuzzeichen hin4. Indes war es dem Herrn nicht um [S. 284] ein unbestimmtes Vorauswissen (der Jünger) über ein Geheimnis zu tun; vielmehr wollte er lieber den Glauben der Gläubigen in sich mitbegraben wissen5.

1: Joh. 1, 1.
2: Vgl. Luk. 8, 8; 14, 35.
3: Joh. 12, 5.
4: Der Buchstabe T des griech. Alphabetes, der die Form des Kreuzes hat, ist das Zahlzeichen für 300. Die obige Übersetzung folgt der handschriftlich immerhin gut bezeugten Lesart (‚declarant‛) der Benediktiner-Ausgabe. Nach der Lesart bei Schenkl (‚declarat‛) ist zu übersetzen: „Über die dreihundert Denarmünzen aber verbreitet das Kreuzzeichen klares Licht‟.
5: Röm. 6, 4.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Bilder Vorlage

Navigation
Proömium
Erstes Buch, Luk. 1, 1...
Zweites Buch, Luk. ...
Drittes Buch, Luk. ...
Viertes Buch, Luk. ...
Fünftes Buch, Luk. ...
Sechstes Buch, Luk. ...
. 1. Christi Zeugnis ...
. 2. Die Salbung Jesu ...
. . Mehr
. . 18.
. . 19.
. . 20.
. . 21.
. . 22.
. . 23.
. . 24.
. . 25.
. . 26.
. . 27.
. . 28.
. . 29.
. . 30.
. . 31.
. . 32.
. . 33.
. . 34.
. . 35.
. 3. Die Verwandten Jesu...
. 4. Die Stillung des ...
. 5. Auferweckung der ...
. 6. Die Aussendung der ...
. 7. Das Brotwunder, ...
. 8. Das Petrusbekenntnis, ...
Siebtes Buch, Luk. ...
Achtes Buch, Luk. 16,1...

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger