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Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Fünftes Buch, Luk. 5,12-7,28
9. Christi Zeugnis über den Täufer, Luk. 7, 24―28: Christi Mahnwort an das Volk (103). Die Wüste Bild der Welt, das Schilfrohr Sinnbild des Weltkindes (104), bezw. der Rohrstift (Ps. 44, 2) in der Hand des Christen (105). Der Rohrstift Symbol unseres, bezw. Christi Fleisches (106). Die weichlichen Kleider Symbol unserer Leiber (107), unserer Weichlichkeit und Sinnlichkeit (108). Johannes Christi Vorläufer auch im Leiden, der größte Prophet (109), doch nicht vergleichbar ,dem Propheten‛ Christus (110), ja dem „Geringsten im Himmelreich“, d. i. einem Engel nachstehend. Vom Himmelreich (111—112). Beispiele, Anwendungen, Mahnungen (113—117).

104.

[Forts. v. [S. 259] ] „Was seid ihr in die Wüste hinausgegangen zu sehen?‟ Die Wüste scheint hier als Bild der Welt gefaßt zu sein, der noch unbebauten, noch öden, noch unfruchtbaren. Der Herr mahnt uns nun von dem Hinausgehen in dieselbe ab: wir sollten nicht Leute gleichsam als Muster und Vorbild nachahmen zu müssen glauben, die vollgebläht von fleischlicher Gesinnung und leer an innerer Tugend sind, dabei sich auf eine vergängliche hohe Ehrenstellung in der Welt etwas zugute tun; die, den Stürmen dieser Welt preisgegeben, das unruhig wogende Leben hin und herwirft, so recht dem Schilfrohr vergleichbar; die keinerlei Frucht ausgereifter Gerechtigkeit an sich tragen; die vor der Öffentlichkeit mit Flitter im Haar, mit künstlichem Schwulste bedeckt, mit eitlem Rauschen (des Gewandes) sich vernehmlich machend nicht im geringsten zu ihrem Frommen, häufig zu ihrem Schaden Dingen nachhängen, die innerlich wertlos sind, nur äußerlich blenden. Schilfrohre sind wir ohne kräftigere Wurzel, worauf wir fußen. Und schwellt ein leichtes Lüftchen für günstigere Fahrt die Segel, stoßen wir, unstet treibend, auf den Nächsten, ohnmächtig ihm zu helfen, fähig nur ihn zu gefährden. Schilfrohre wachsen gern an Flüssen: auch uns ergötzt die flüchtig gleitende Flut der Welt.

 

 

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. . 103.
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger