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Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Fünftes Buch, Luk. 5,12-7,28
8. Die Täuferfrage an Christus, Luk. 7, 18―23: Des Täufers Frage keine Zweifelsfrage (93), sondern allegorisch zu verstehen: Johannes Typus des Gesetzes (94); das Gesetz, Christi Herold, ein unklarer Verkündiger seiner Auferstehung (95). Die beiden Johannesjünger vielleicht Repräsentanten der Juden- und Heidenkirche (96—97). Eine zweite Interpretation der Täuferfrage (98). Die Antwort Christi nicht in Worten, sondern in Taten (99), ein vollbeglaubigtes Selbstzeugnis (100), durch den Kreuzestod und die Auferstehung besiegelt (101—102).

97.

[S. 255] So glauben auch heute noch jene, welche das Alte Testament nachdenklich lesen, bevor sie das Evangelium kennen lernen und gleichsam in die Fußstapfen des menschgewordenen Herrn treten, er werde erst kommen. Sie fragen, ob nicht wohl er der Christus, der Gottessohn sei, der in die Welt kommen werde. Und wenn sie die Stellen lesen, da er mit Abraham gesprochen1, oder da er sich als den Führer der himmlischen Heerschar geoffenbart hat2, da fürwahr sprechen sie noch: „Bist Du es, der da kommen soll, oder haben wir einen anderen zu erwarten?‟ Kommen sie aber zum Evangelium und gewahren sie, wie Blinde das Augenlicht empfangen, Lahme gehen, Taube hören, Aussätzige gereinigt wurden, Tote auferstanden3, dann sprechen sie:„Wir haben ihn gesehen und mit unseren Augen geschaut‟4 und in die Wundmale seiner Nägel unsere Finger gelegt5. Wir glauben ihn ja, wenn wir ihn lesen, auch schon zu schauen, (am Kreuze) hängen zu sehen und mit dem prüfenden Geiste der Kirche seine Wunden zu betasten. Lassen sich nämlich durch den Finger Gottes die Dämonen austreiben6, läßt durch den Finger der Kirche auch der Glaube sich finden. Oder vielleicht auch so: Wir alle haben augenscheinlich gleichsam durch ein wirksames Glied (Apostel) unseres Leibes (Kirche) den Weg zur Leidensgeschichte des Herrn gefunden; durch wenige hat ja der Glaube den Weg zu den vielen genommen. ― So kündet also das Gesetz die Ankunft Christi als bevorstehend an; das Evangelium bestätigt dessen wirkliche Ankunft.

1: Gen. c. 17. 18. 22.
2: Jos. 5, 14.
3: Luk. 7, 22.
4: 1 Joh. 1, 1.
5: Joh. 20, 25. 27.
6: Luk. 11, 20.

 

 

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