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Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Fünftes Buch, Luk. 5,12-7,28
3. Die Berufung des Zöllners, Luk. 5, 27―39: Dessen mystisches Christusmahl (16). Die Ungläubigen die ewig Hungernden, die Gläubigen die geistig Speisenden (17). Der Christ kann Gast eines Heiden sein (18). Des neuen Wundarztes Jesu neues Heilmittel und -wirken (19). Christus der Bräutigam (20). Die nichtberufenen Gerechten die Gesetzes- bezw. Selbstgerechten. Die Rechtfertigungsgnade Frucht nicht des Gesetzes, sondern der Buße (21—22). Die Gottgefälligkeit des physischen Fastens. Das seelische Fasten eine bildliche Ausdrucksweise (23). Der Bräutigam Jesus verjüngt unsere Natur durch die Wiedergeburt (24). Pflicht der Reinbewahrung des hochzeitlichen Taufkleides (25). Die „Schläuche“ die Leiber, der „neue Wein“ die Taufgnade (26). Der Getaufte eine „Neuschöpfung“, Gastgeber und Gast des Herrn zugleich (27).

21.

[S. 215] Wie nun „liebte der Herr die Gerechtigkeit‟1, und sah David „einen Gerechten nicht verlassen‟?2 Oder was ist das für eine Gerechtigkeit, wenn der Gerechte verlassen, der Sünder berufen wird? Das ist eben so zu verstehen, daß er mit „Gerechten‟ jene bezeichnet, die sich auf das Gesetz steifen und um die Gnade des Evangeliums nicht kümmern. Indes niemand findet aus dem Gesetze Rechtfertigung, sondern aus der Gnade Erlösung3. Es trägt wohl das Gesetz Gerechtigkeit in sich, aber es vermittelt nicht die Gerechtigkeit4. Denn auch Paulus, „Hebräer von Hebräern, dem Gesetze nach ein Pharisäer, der Gerechtigkeit nach, die im Gesetze ruht, untadeligen Wandels‟5, ob des Gesetzes sich rühmend6, bekennt: „Was mir Gewinn war, das habe ich um Christus willen für Schaden erachtet‟7, d. i. er gab die Gesetzesgerechtigkeit und das Sichrühmen damit auf; denn die Gesetzesgerechtigkeit ohne Christus ist ein leerer Begriff, weil die Fülle des Gesetzes Christus ist8. Und darum mag wohl das Gesetz Gerechtigkeit in sich bergen, doch es vermittelt die Gerechtigkeit nicht. „Denn wenn durch das Gesetz die Gerechtigkeit kommt, ist folglich Christus umsonst gestorben‟9; denn Christus ist gestorben, „das Gesetz zu erfüllen‟10. So gab er denn auch auf das Wort des Johannes: „Ich habe nötig von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir?‟ die Antwort: „Laß es geschehen; denn also geziemt es sich uns jegliche Gerechtigkeit zu erfüllen‟11. Nicht umsonst nun ist Christus gestorben, sondern für uns ist er gestorben, auf daß „die Gerechten leuchten wie die Sonne im Reiche ihres Vaters‟12. Doch nicht die Juden sind die Gerechten, zu denen gesprochen ward: „Wenn ihr die Gerechten ins Himmelreich werdet eintreten sehen. . .‟13. Das sind die Gerechten, die dem Schlagenden den [S. 216] Schlag nicht zurückversetzen14, die den Feind lieben15. Wollten wir’s nicht so verstehen, so ergäbe sich der Widerspruch:

1: Ps. 10, 7 (Vulg. 8) [hebr. Ps. 11, 7].
2: Ps. 36, 25 [hebr. Ps. 37, 25].
3: Vgl. Röm. 3, 21 ff.
4: Gal. 2, 21.
5: Phil. 3, 5 f.
6: Röm. 2, 23.
7: Phil. 3, 7.
8: Vgl. Röm. 10, 4.
9: Gal. 2, 21.
10: Matth. 3, 15.
11: Matth. 3, 14 f.
12: Matth. 13, 43.
13: Vgl. Luk. 13, 28; Matth. 7, 21.
14: Matth. 5, 39; 1 Petr. 2, 23.
15: Matth. 5, 44; Luk. 6, 27. 29.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger