Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Viertes Buch, Luk. 4,1-5,11
4. Christus im Schiffe des Petrus. Der wunderbare Fischfang, Luk. 5, 1―11: Das Petrusschifflein bei Matth. Sinnbild der beginnenden, bei Luk. Sinnbild der späteren Kirche (68). Die Wunder in der empirischen Welt Manifestationen übernatürlicher Geheimnisse (69). Des Judas Schifflein schwankt, des Petrus Schifflein nicht (70). Nur zu Petrus wird gesprochen: „Fahr hinaus zur Tiefe“ sc. der Glaubensgeheimnisse (71). Das Netzwerfen Sinnbild der apostolischen Predigt (72). Die Steuermünze Christi eine Mahnung des Christen zur Steuerpflicht und Unterwürfigkeit unter die weltliche Obrigkeit (73). Die Doppeldrachme im Rachen des Fisches Symbol des Erlösungspreises für Seele und Leib (74). Der erste Fisch mit der Münze im Munde der Erzmärtyrer Stephanus (75). „Auf das Wort des Herrn“ will auch Ambrosius nach vergeblichem Predigen nochmals das Netz des Wortes auswerfen (76). Die beiden mit Fischen sich füllenden Schifflein Sinnbilder der aus Juden- und Heidenchristen sich bevölkernden Weltkirche (77). Des Petrus Hirtensorge erstreckt sich auf alle Kirchen (78). Petrus Ideal der Demut für den Christen (79).

71.

So ergeht denn, ob auch der Auftrag, die Netze auszuwerfen, allen gilt, doch nur an Petrus das Wort: „Fahr hinaus zur tiefen See‟1, d. i. zur Tiefe der Lehre! Was wäre denn auch so tiefgründig als der Blick in „die Tiefe des Reichtums‟2, die Erkenntnis des Sohnes Gottes3 und das Bekenntnis seiner göttlichen Zeugung? Vermag auch der menschliche Geist diese nicht in ihrem vollen Wesensgrund zu erfassen, so umfängt doch des Glaubens Fülle sie. Denn darf ich auch nicht das Wie seiner Zeugung wissen, so darf ich doch nicht über das Daß seiner Zeugung in Unwissenheit sein. Den Vorgang der Zeugung kenne ich nicht, doch die Beglaubigung der Zeugung anerkenne ich. Wir sind nicht Zeugen gewesen, da der Gottessohn aus dem Vater erzeugt ward, aber Zeugen, da er vom Vater als Gottessohn erklärt wurde4. Wenn wir Gott nicht glauben, wem wollten wir dann glauben? Alles, was wir glauben, glauben wir nämlich entweder auf Sehen oder auf Hören hin. Das Gesicht täuscht sich oft, das Gehör bleibt verlässig. Oder ist die Person (des Vaters), welche die Versicherung abgab, anfechtbar? Hätten tugendhafte Männer es ausgesprochen, würden wir’s für unrecht halten, es nicht zu glauben: Gott nun versichert es, der Sohn bestätigt es5, die verschwindende Sonne bekennt es, die bebende Erde bezeugt es6.― Zu dieser Tiefe der Lehre also wird der Kirche Schiff von [S. 201] Petrus geführt, um hier den Gottessohn auftauchen, dort den Heiligen Geist hervorströmen zu sehen.

1: Luk. 5, 4.
2: Röm. 11, 33.
3: 1 Kor. 2, 2.
4: Luk. 3, 22.
5: Vgl. Matth. 26, 63 f.; Luk. 23, 46.
6: Matth. 27, 45. 51; Luk. 23, 44 f.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Bilder Vorlage

Navigation
Proömium
Erstes Buch, Luk. 1, 1...
Zweites Buch, Luk. ...
Drittes Buch, Luk. ...
Viertes Buch, Luk. ...
. 1. Die Versuchung Jesu...
. 2. Die Rückkehr Jesu ...
. 3. Heilung eines Dämo...
. 4. Christus im Schiffe ...
. . 68.
. . 69.
. . 70.
. . 71.
. . 72.
. . 73.
. . 74.
. . 75.
. . 76.
. . 77.
. . 78.
. . 79.
Fünftes Buch, Luk. ...
Sechstes Buch, Luk. ...
Siebtes Buch, Luk. ...
Achtes Buch, Luk. 16,1...

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger