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Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Viertes Buch, Luk. 4,1-5,11
3. Heilung eines Dämonischen und der Schwiegermutter des Petrus, Luk. 4, 31―39: Sie sinnbildet das Heil beider Geschlechter (57). Der Beginn der Neuschöpfung durch Christus knüpft an den Schluß (Sabbat) der Weltschöpfung an (58), vom Kleineren zum Größeren fortschreitend (59). Der Teufel nimmt als erster die Bezeichnung ‚Jesus von Nazareth‛ m den Mund (60). Beide Geschlechter vom Teufel verführt, von Christus geheilt. Der Dämonische Repräsentant des Judenvolkes (61). Der Dämonische und die fieberkranke Frau Typus der Seele und des Leibes (62), d. i. des vom Fieber der Begierden entbrannten Fleisches (63). Das Feuer der Begierlichkeit heftiger als die Fieberhitze des Leibes. Theotimus (64). Adam und Eva Typus von Seele und Leib (65—66). Christus allein der Erlöser von Sünde und Tod (67).

65.

Doch sobald einer aus dem Taumel erwacht, geht dem Gewissen im Inneren das Auge auf 1; der Tat folgt die Reue, und Scham überkommt jeden über seine [S. 196] eigene Schande. Da regt sich nun die Furcht Gottes, und der Sünder möchte sich verbergen. Doch umsonst. Er beschuldigt das Fleisch, klagt den Teufel an, jenes als den Verführer zur Sünde, diesen als den Urheber der Verirrung. Seine Blöße tritt offen zutage; denn bloß liegt vor Gott alles Verborgene, und nicht mit Feigenblättern, d. i. mit der Hülle des Fleisches oder mit prahlerischem Großtun vor der Welt lassen sich seine geheimen Schandtaten verdecken . Und Angst erfaßt jeden in seinem sündebewußten Geiste vor Gottes Gericht und er ruft aus: „Wo sind die Berge, daß sie über mich herfallen, wo die Felsenklüfte, daß ich mich darinnen verstecke, wenn er kommen wird, die Erde zu zermalmen?‟2 Jetzt trägt das Fleisch dem Geiste Disteln und Dornen, d. i. es bringt hervor der Sorgen und Kümmernisse nagende Pein und den Feuerbrand, welchen der Geist selbst mittels der Begierlichkeit des Fleisches rings um sich auflodern machte. Denn wie festgenagelt haftet die Seele an den fleischlichen Gelüsten und vermag, wenn sie einmal ins Irdische versunken sich den Lüsten überantwortet, schwerlich ohne Gottes Gnade sich wiederum zur Höhe aufzuschwingen, aus der sie herabgesunken ist. Denn in den Schlingen ihres Handelns verstrickt und den Lockungen der weltlichen Genüsse preisgegeben, bleibt sie nunmehr an Schuld gebunden.

1: Die folgende Schilderung der Sündenfolgen schließt sich sachlich und sprachlich aufs engste an den Genesisbericht (3, 7 ff.) über die Sünde der Stammeltern an.
2: Os. 10, 8 (Luk. 23, 30; Off. 6, 16).

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger