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Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Viertes Buch, Luk. 4,1-5,11
2. Die Rückkehr Jesu nach Galiläa. Sein Auftreten in Nazareth, Luk. 4, 14―30: Die Rückkehr Jesu die Erfüllung von Is. 9, 1 f.: Christus „das große Licht“ (43), der Offenbarungsgott des Alten Testamentes (44). Das Trinitätsdogma Schriftlehre (45). Der Prophet in der Vaterstadt. Der Fluch des Neides (46). Die Pflicht der Vaterlandsliebe; die undankbare Vaterstadt des Wunders der Menschwerdung Christi gewürdigt (47). Allegorische Erklärung der „Tage des Elias" (48). Die Geschichte von Naaman: nicht Nationalität und natürliches Anrecht, sondern innere Disposition und Gebet bedingen das Heil (49). Mystisch-typologische Deutung derselben (50). Das siebenmalige Jordanbad ein Typus der Taufe (51). Warnung vor Simonie im Priesteramte (52) und strenge Überwachung der Dienerschaft; Dienstentlassung im Betretungsfall (53). Giezis „auf ewig“ aussätzige Nachkommenschaft die Sünder (54). Mit der Verstoßung des Heilandes stießen die Juden das Heil von sich (55). Das Leiden Christi ein freies Sühnopfer für die ganze Welt (56).

56.

[Forts. v. [S. 190] ] Beachte zugleich, daß sein körperliches Leiden kein erzwungenes, sondern ein freiwilliges war; daß er nicht (von ungefähr) den Juden in die Hände geriet, sondern selbst sich darbot! Da er es will, wird er gefangen; da er es will, fällt er zu Boden; da er es will, wird er ans Kreuz geheftet; da er es will, kann man nicht Hand an ihn legen. Auch an unserer Stelle war er auf den Gipfel des Berges gestiegen, „um hinabgestürzt zu werden1. Und sieh, er stieg mitten durch sie hindurch herab. Die Rasenden wurden plötzlich zur Sinnesänderung gebracht oder von jähem Schrecken übermannt; denn noch war die Stunde des Leidens nicht gekommen2, oder vielmehr noch wollte er die Juden lieber retten als verderben. Sie sollten angesichts des erfolglosen Ausganges ihrer Raserei von einem Wollen abstehen, das sie nicht ausführen konnten. Du siehst also: sowohl hier ist sein Tun Gottes Tat, wie dort seine Gefangennahme Willenstat. Denn wie hätte er von wenigen ergriffen werden können, nachdem er es vom ganzen Volke nicht konnte? Aber er wollte nicht, daß so viele den Gottesfrevel begingen; auf die Urheber der Schuld wollte er die Schmach des Kreuzes abwälzen, von wenigen nur sich kreuzigen lassen, aber für die ganze Welt sterben.

1: Luk. 4, 29.
2: Vgl. Joh. 8, 20.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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