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Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Drittes Buch, Luk. 3,23-38
1. Der Stammbaum Christi im allgemeinen, Luk. 3, 23―38: Die folgenden Ausführungen des III. Buches über den Stammbaum Christi im allgemeinen (1―14) und im besonderen (15―50) beziehen sich gleicherweise auf das Geschlechtsregister bei Matthäus (1, 1―17) wie bei Lukas (3, 23―38). Erklärlich macht dies die Vorlage, der Ambr. mit wenigen Unterbrechungen von Anfang bis Ende folgt: des Eusebius von Cäsarea Schrift „Probleme und Lösungen in den Evangelien.‟ Da (von einigen Wendungen abgesehen) die Zitate keine wörtlichen sind, wird im folgenden von den Quellennachweisen im einzelnen, welche C. Schenkl’s Ausgabe genauer notiert, Umgang genommen. Scheinbarer Widerspruch zwischen Matthäus und Lukas (1). Der Putativvater Jesu Typus des himmlischen Vaters; der Handwerksmann Joseph Typus des Weltschöpfers außer und in uns (2). Josephs Stammbaum bei Matthäus in absteigender, bei Lukas in aufsteigender Linie. Marias Stammbaum in Josephs Geschlechtsregister eingeschlossen (3—4). Elisabeths, der „Verwandten“ Marias, Nationalität, Stamm und Geschlecht: Maria darnach Davididin (5). David und Abraham nicht bloß die leiblichen, sondern noch mehr die geistigen Stammväter Christi (6). Im besonderen Abraham nach der Verheißung der Stammvater Christi im mystischen Sinn, d. i. der Kirche (7), David der Stammvater im physischen Sinn (8): des letzteren Verheißungen gehen nicht auf Salomo, sondern auf Christus (9). David, Christi physischer Stammvater, im Geschlechtsregister vor Abraham, dem mystischen Stammvater, aufgeführt (10). Des Lukas Stammbaum zu Gott aufsteigend: Gott, der Vater Christi der Natur, der Gnade und dem Fleische nach (11). Des Matthäus Stammbaum durch die königliche, des Lukas Stammbaum durch die priesterliche Geschlechtslinie fortgeführt: daher die numerische Verschiedenheit der Generationen (12—14).

10.

Darum nun hob der Evangelist diese beiden Stammväter eigens heraus: den einen, weil er die Verheißung von der Sammlung der Heidenvölker empfing, den anderen, weil er die Offenbarung über die Abstammung Christi erhielt. Und deshalb wird (der letztere), wiewohl er in der Geschlechtsreihe später folgt, dennoch im Stammbaum des Herrn vor Abraham aufgeführt, weil eine Verheißung über Christus eine solche über die Kirche an Bedeutung aufwiegt; verdankt doch die Kirche selbst ihr Sein Christus. Der eine ist sonach Stammvater im leiblichen, der andere Stammvater im geistigen Sinn; der eine im Hinblick auf die Zeugung, deren er gewürdigt ward, der andere in Hinblick auf den Glauben der Völker. Höher als der Erlöste steht der Erlöser. Darum wird er Sohn Davids genannt: „Buch der Abstammung Jesu Christi, des Sohnes [S. 124] Davids‟. Denn an erster Stelle sollte er als Sohn dessen bezeichnet werden, dem er als Sohn verheißen ward, mag immerhin der Apostel von Christus hervorheben, daß es auch dem Abraham verheißen wurde. „Dem Abraham nämlich sind die Verheißungen zugesagt worden und seinem Samen. Es heißt nicht ‚und den Samen‛ in der Mehrzahl, sondern in der Einzahl ‚und deinem Samen‛, das ist Christus‟1. Dem einen wird sonach die Zeugung im eigentlichen Sinn zugeschrieben, dem anderen die Stammvaterschaft; jenem ward zuteil, daß Jesus sein Sohn genannt wurde, diesem bleibt als Stammvater seines Geschlechtes und der Heidenwelt der Vorzug gewahrt, daß der Ursprung der Abstammung des Herrn von Abraham sich herleiten sollte: ihn, den Ahnherrn des Glaubens, sollte die Schrift auch als den Ahnherrn der göttlichen Abstammung dartun.

1: Gal. 3, 16.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger