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Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Zweites Buch, Luk. 1,26-3,22
5. Die Beschneidung Jesu, Luk. 2, 21: Christus dem Gesetze unterstellt (55). Die Beschneidung am Oktavtag äußeres Zeichen der inneren Reinigung, Typus der Sündentilgung im Neuen Bund. Christus allein „der Heilige“ (Exod. 13, 12), der absolut Sündelose (56—57).

56.

Über die Bedeutung der „Darstellung vor dem Herrn in Jerusalem‟1 würde ich mich äußern, wenn ich es nicht früher bereits im Kommentar zu Jesaias2 getan hätte. Wer nämlich an Sünden beschnitten war, wurde des Anblickes des Herrn für würdig erachtet; denn „die Augen des Herrn ruhen auf den Gerechten‟3. Du weißt, der ganze Inhalt des alttestamentlichen Gesetzes war nur ein Vorbild des Zukünftigen. Denn auch die Beschneidung deutet zwar die Reinigung von den Sünden an; weil jedoch die leibliche und geistige Gebrechlichkeit des Menschen so leicht infolge der Begierlichkeit zur Sünde in ein unentrinnbares Netz von Lastern sich verstrickt, darum wurde durch den Oktavtag der Beschneidung auch die künftige Reinigung von aller Schuld im Auferstehungszeitalter4 vorgebildet. [S. 85] Das nämlich besagt die Vorschrift: „Alles Männliche, das den Mutterschoß öffnet, wird heilig dem Herrn genannt werden‟5. Es lag nämlich in den Gesetzesworten die Verheißung der Jungfraugeburt ausgesprochen6. Ja „heilig‟ fürwahr, weil makellos. Daß er es war, den das Gesetz bezeichnete, bekundet denn auch gleicherweise die wiederholte Erklärung des Engels: „Das Heilige, das aus dir geboren werden soll, wird der Sohn Gottes genannt werden‟7. Denn nicht eines Mannes Beischlaf öffnete das stille Heiligtum des Jungfrauschoßes, sondern der Heilige Geist senkte den unbefleckten Samen ihrem unversehrten Schoße ein. Unter den vom Weibe Geborenen ist nämlich nur der Herr Jesus allein schlechthin heilig. Nur er blieb infolge der makellosen Geburt von den Befleckungen des irdischen Verderbnisses unberührt und tilgte sie kraft seiner himmlischen Erhabenheit.

1: Luk. 2, 22.
2: Von Fragmenten in den Schriften des hl. Augustin abgesehen, ist der Kommentar verloren gegangen. Sieh Allg. Einl., Bd. I S. XXVI.
3: Ps. 33, 16 [hebr. Ps. 34, 16].
4: d. i. im Neuen Bund.
5: Exod. 13, 12; Luk. 2, 23.
6: Diese Beziehung von Exod. 13, 12 nach Orig. in Luc. hom. XIV.
7: Luk. 1, 35.

 

 

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