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Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Zweites Buch, Luk. 1,26-3,22

3. Namengebung des Täufers. Lobgesang des Zacharias, Luk. 1, 59―79: Der Name ‚Johannes‛ der Elisabeth geoffenbart; die göttliche Namengebung ein Privilegium der Heiligen (31). Zacharias bekräftigt den Namen; der Glaube öffnet ihm und uns den Mund (32). Gottes positive Gnadenerweise an Zacharias (33). Die Apostrophe des achttägigen Täufers im Lobgesang des Zacharias (34). Der Frauen Weissagungen kurz: sie sollen lernen, nicht lehren (35).

31.

„Und seine Mutter nahm das Wort und sprach: Nein, sondern Johannes soll er heißen! Und sie erwiderten ihr: Es ist doch niemand in deiner Verwandtschaft, der diesen Namen hat. Sie winkte also seinem Vater, wie er ihn nennen lassen wolle. Und er nahm ein Täfelchen und schrieb die Worte darauf: Johannes ist sein Name! Und sie verwunderten sich alle. Sogleich aber ward seine Zunge gelöst und sein Mund aufgetan und er redete und lobte Gott‟1.

Recht bemerkenswert glaubte der heilige Evangelist vorausschicken zu müssen, daß die große Mehrzahl meinte, man solle das Kind nach dem Namen des Vaters benennen2. Es soll hieraus ersichtlich werden, daß der Mutter der Name nicht etwa wegen irgendeines unwürdigen Namensträgers mißfiel, sondern daß ihr durch den Heiligen Geist der Name eingegeben wurde, [S. 69] der vorher schon vom Engel dem Zacharias kund gegeben ward. Dieser war zwar stumm und konnte der Gattin den Namen des Sohnes nicht angeben; vielmehr erfuhr Elisabeth durch prophetische Eingebung, was sie vom Manne nicht erfahren hatte. „Johannes ist sein Name‟, d. i. nicht wir legen ihm den Namen bei, nachdem er bereits von Gott den Namen empfangen hat. Er hat bereits seinen Namen, wir brauchen ihn nur anerkennen, nicht auswählen. Dieses Vorzugs erfreuen sich verdiente Heilige, daß sie von Gott den Namen empfangen. So erhält Jakob den Namen Israel3, weil er Gott schaute. So empfing unser Herr schon vor der Geburt den Namen Jesus; und nicht ein Engel, sondern der Vater legte ihm den Namen bei: „Denn es wird offenbar werden, heißt es, mein Sohn Jesus mit jenen, die mit ihm teilhaben werden an der Freude, die übrig geblieben sind während vierhundert Jahren. Und es wird geschehen nach diesen Jahren und sterben mein Sohn Christus und sich bekehren die Welt‟4. Da siehst du, daß Engel5 nur verkündigen, was sie vernommen, nicht was sie ersonnen haben. Auch ist es nicht zu verwundern, wenn die Frau auf einem Namen besteht, den sie nicht zu hören bekommen hat; denn es offenbarte ihr denselben der Heilige Geist, der auch den Engel beauftragt hatte. Sie konnte auch gar nicht in Unkenntnis sein über den Vorboten des Herrn, nachdem sie Christus prophetisch verkündet hatte.

1: Luk. 1, 60―64.
2: Luk. 1, 59.
3: Gen. 32, 28.
4: 4 Esdr. 7, 28―30. [= 4. Esra].
5: Von einem Engel empfing angeblich Esdras die obige Weissagung.

 

 

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