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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Erstes Buch
XXIV. Kapitel

159.

1. Die vierte Stelle nimmt diejenige Art von Königsherrschaft ein, die von allen die schlechteste und nur von den Begierden abhängig ist; das ist die Art des Sardanapallos und derer, die es sich zum Lebensziel machen, so weit als möglich den Begierden zu frönen.

2. Für das Königtum, mag es nun durch seine Vorzüge oder durch Machtanwendung den Sieg erringen, ist das Mittel, mit dem es wirkt, die Fähigkeit, die richtige Ordnung zu schaffen; aber sie wirkt sich je nach Wesen und Stoff verschieden aus.

3. Beim Kampf mit Waffen und mit [S. 133] streitbaren Tieren ist Seele und Verstand die ordnende Macht bei der Verwendung von beseelten und unbeseelten Kampfmitteln. Dagegen bei den Leidenschaften der Seele, über die wir durch tugendhaftes Verhalten Herr werden, ist vernunftgemäße Überlegung die ordnende Macht, indem sie Selbstbeherrschung und Besonnenheit zusammen mit Frömmigkeit und gute Erkenntnis zusammen mit Wahrheit (als notwendige Tugenden) bestätigt und das Lebensziel in der frommen Verehrung Gottes findet.

4. Denn so ist die Klugheit, indem sie die Tugend in ihren Dienst stellt,1 die ordnende Macht, und zwar hinsichtlich der göttlichen Dinge die Weisheit, hinsichtlich der menschlichen Angelegenheiten die Staatskunst und hinsichtlich aller Lebensbeziehungen die königliche Herrscherkunst.

5. König ist nun, wer nach Maßgabe der Gesetze herrscht, wer die Fähigkeit besitzt, so zu herrschen, daß man ihm freiwillig gehorcht,2 wie das bei dem Herrn der Fall ist, der diejenigen, die an ihn und durch ihn glauben, zu sich kommen läßt.

6. Denn alles hat Gott übergeben,3 und alles hat er untertan gemacht Christus, unserem Könige4 "damit im Namen Jesu sich die Kniee aller jener beugen, die im Himmel und auf der Erde und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes, des Vaters."5

1: Statt des überlieferten (xxx) ist (xxx) zu lesen.
2: Phil 2,10 f.
3: Vgl. Mt 11,27; Lk 10,22.
4: Vgl. 1 Kor 15,28.
5: Phil 2,10f.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger