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Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Zweites Buch, Luk. 1,26-3,22
2. Marias Heimsuchung, Luk. 1, 39―56: Elisabeths Empfängnis eine Bekräftigung der Engelsbotschaft an die Jungfrau. Freude und Pietät beflügeln den Fuß der heimsuchenden Maria (19). Letztere hierin Vorbild der Frauen (20), wie in der Eingezogenheit (21) und Demut Vorbild der Jungfrauen (22). Elisabeths Geisteserfüllung im Verhältnis zu der des Täufers, bezw. Marias (23). Die prophetisch-messianische Bezeichnung „Frucht des Leibes“ (24). Die Heimsuchung Marias eine Gnadengabe an Elisabeth (25). Jede begnadete Seele ein lebendiges Magnifikat (27). Wie die Sünde, nahm auch das Heil vom Weib den Anfang (28). Marias dreimonatlicher Aufenthalt bezweckte die Heiligung des Täufers, die Schulung des Gotteskämpfers (29). Die Geburt eines Heiligen ein Gemeingut aller. Johannes über die Schwächen des Kindesalters erhaben (30).

29.

„Es blieb aber Maria drei Monate bei ihr und kehrte dann in ihr Haus zurück‟1. Mit Recht hebt der Bericht von der heiligen Maria hervor, wie sie einerseits den Liebesdienst geleistet, andererseits hierbei eine mystische Zahl eingehalten habe. Der Grund ihres Verbleibens2 war ja nicht allein Gefälligkeit, sondern auch die [S. 67] Vervollkommnung des großen Propheten. Wenn nämlich schon mit ihrem ersten Eintreten ein solcher Gnadenfortschritt statthatte, daß auf den Gruß Marias das Kind freudig im Schoße aufhüpfte, die Mutter des Kindes aber vom Heiligen Geiste erfüllt ward, welche weitere Förderung, glauben wir, mußte nicht im Laufe einer so langen Frist die Anwesenheit der heiligen Maria zur Folge haben? „Es blieb aber Maria drei Monate bei ihr.‟ So wurde der Prophet im Mutterschoße gesalbt und zum guten Kämpfer geschult; denn für einen gar gewaltigen Kampf ward seine Kraft gestählt. ― Solange endlich blieb Maria, bis „für Elisabeth die Zeit sich erfüllte, daß sie gebären sollte‟. Bei genauem Zusehen wirst du diese Wendung nirgends außer bei der Geburt von Gerechten gebraucht finden. So denn „erfüllten sich die Tage, daß Maria gebären sollte‟3, „erfüllte sich die Zeit, daß Elisabeth gebären sollte‟4, erfüllte sich die Lebenszeit, da heilige Männer von diesem Lebenslauf scheiden mußten. Eine Fülle weist nur des Gerechten Leben auf, die Tage der Gottlosen sind leer.

1: Luk. 1, 56.
2: Das Folgende wiederum nach Orig. l. c. hom. IX.
3: Luk. 2, 6.
4: Luk. 1, 57.

 

 

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