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Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Zweites Buch, Luk. 1,26-3,22
1. Marias Verkündigung, Luk. 1, 26―28: Die jungfräuliche Gottesmutter „einem Mann verlobt“; Gründe: der Ruf der Jungfrau (1), das Interesse des Kindes, die Bezeugung der Jungfräulichkeit durch den Gemahl (2), die Täuschung des Teufels bezw. des Fürsten der Welt (3). — Marias Jungfräulichkeit trotz der Vermählung; Zeugen: Maria, Lukas, die Propheten, Christus der Herr (4); Joseph, der „Gerechte“, ein schriftbeglaubigter Zeuge. Die Bezeichnung ,Gemahlin‛ (5) und die Wendung: „er erkannte sie nicht, bis sie den Sohn gebar" keine Instanz dagegen (6). Die Jungfrau-Mutter Typus der Kirche, der makellosen Braut des Hl. Geistes (7). Maria, das Bild und Vorbild der züchtigen Junghau (8). Maria, die kluge Jungfrau. Unterschied zwischen einer schamhaften Jungfrau (Maria) und Frau (Elisabeth) (9). Die Größe Christi im Vergleich zur Größe des Johannes (10—11). Die Größe Christi in sich. Die Schriftbezeichnung Christi als des „Ersten“, bezw. des Vaters als des „Alleinigen“ keine Instanz gegen die Konsubstanzialität des Sohnes mit dem Vater (12—13). Marias Frage an den Verkündigungsengel keine Zweifelsfrage über das Daß, sondern eine Glaubensfrage nach dem Wie des Geschehens (14). Marias Verhalten dem Verkündigungsengel gegenüber im Gegensatz zu dem des Zacharias (15—18).

6.

[Forts. v. [S. 52] ] Zugleich auch darf es nicht befremden, daß der Evangelist schreibt: „Er erkannte sie nicht, bis sie den Sohn gebar‟1. Diese Redeweise nämlich erklärt sich entweder aus dem Sprachgebrauch der Schrift ― so liest man anderswo: „Und bis ihr altert, bin ich derselbe‟2. Hat nun etwa Gott nach deren Altwerden zu sein aufgehört? Und in den Psalmen: „Es sprach der Herr zu meinem Herrn: setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich mache deine Feinde zum Schemel deiner Füße‟3. Wird er etwa nachher nicht mehr thronen? ― oder daraus, daß ein Anwalt, der eine Sache vertritt, es für genügend hält, vorzubringen, was zur Sache gehört: was darüber hinausliegt, kümmert ihn nicht; denn er beschränkt sich auf den Nachweis der Sache, die er übernommen hat; den neuen Rechtsfall, der anhängig wird, schiebt er hinaus. Darum glaubte auch der Evangelist, der den Nachweis des unversehrten Geheimnisses der Menschwerdung übernommen hatte, nicht weiter den Nachweis der Jungfräulichkeit Marias führen zu sollen, um nicht mehr als Anwalt der Jungfrau denn als Verteidiger jenes Geheimnisses angesehen zu werden. Sicherlich aber hat er, da er Joseph für einen Gerechten erklärte, hinreichend klar ausgesprochen, daß derselbe unmöglich den Tempel des Heiligen Geistes, die Mutter des Herrn, den Schoß des Geheimnisses (der Menschwerdung) verletzen konnte.

1: Matth. 1, 25.
2: Is. 46, 4.
3: Ps. 109, 1 [hebr. Ps. 110, 1].

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger