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Ambrosius von Mailand (340-397) - Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte)
Erstes Buch, Luk. 1, 1―25
3. Ankündigung des Täufers, Luk. 1, 13―17: Die Überfülle des göttlichen Wohltuns. Ein Heiliger bedeutet „nicht bloß Gnade für die Eltern, sondern auch Heil für tausend andere“ (29). Kinder „keine geringe Gottesgabe"; die Ehe eine göttliche Institution (30). Die Seelen-, bezw. Tugendgröße die wahre Größe des Menschen (31 f.). Der Geist des Lebens und der Geist der Gnade (33 f.). Das erfolgreiche Bekehrungswerk des Täufers (35). Johannes „im Geist und in der Kraft des Elias“ (36 f.). Johannes der Herold Christi. Die Wegbereitung unserer Seele (38).

36.

„Er wird hergehen vor dem Angesicht des Herrn im Geiste und in der Kraft des Elias‟1. Passend werden diese beiden Begriffe verbunden; denn niemals ist der Geist ohne Kraft, noch die Kraft ohne den Geist. Und darum vielleicht „im Geiste und in der Kraft des Elias‟, weil gerade der heilige Elias beides besaß, große Kraft und Gnade: die Kraft, das Herz der Volksscharen vom Unglauben zum Glauben zurückzuführen, die Kraft des Entsagens und Ertragens und den Geist der Weissagung. In der Wüste weilt Elias, in der Wüste Johannes. Jener bezog von Raben2, dieser von Hecken3 die Nahrung und zog, jede Lockung sinnlichen Genusses mit Füßen tretend, eine spärliche Lebensweise vor und verschmähte eine üppige. Jener fragte nicht nach des Königs Achab Gunst4, dieser verachtete die des Herodes. Jener teilte den Jordan5, dieser wandelte ihn zum heilbringenden Taufbad. Dieser verkehrt mit dem Herrn auf Erden, jener erscheint mit dem Herrn in Herrlichkeit6. Dieser ist der Vorläufer bei der ersten, jener bei der zweiten Ankunft des Herrn7. Jener erquickte nach Ablauf von drei Jahren die ausgetrocknete Erde mit reichlichem Regen8 und dieser befruchtete nach drei Jahren das Erdreich unseres Herzens mit dem Tau des Glaubens. Du fragst, welche drei Jahre das seien? „Sieh‟, spricht er, „drei Jahre sind es, seitdem ich komme und an diesem Feigenbaum Frucht suche, und ich finde keine‟9. [S. 39] Dieser mystischen Zahl (der Jahre) bedurfte es, um den Völkern das Heil zu bringen: Das erste Jahr ist die Zeit der Patriarchen ― und damals gerade reifte aus der Menschheit ein Jahresertrag wie niemals später auf Erden ―, das zweite die Zeit des Moses und der übrigen Propheten, das dritte ist eingeleitet durch die Heilsankunft des Herrn. „Sieh‟, spricht er, „das angenehme Jahr des Herrn und der Tag der Vergeltung!‟10 Auch jener Hausvater, der einen Weinberg pflanzte, schickte nicht einmal, sondern des öfteren seine Erntearbeiter dahin ab: erst schickte er Knechte dahin, sodann wiederum Knechte, das dritte Mal aber sendete er seinen Sohn‟11.

1: Luk. 1, 17.
2: 3 Kön. 17, 3 ff. [= 1 Kön.].
3: d. i. vom wilden Honig darinnen (Matth. 3, 4).
4: 3 Kön. 21, 18 ff. [= 1 Kön.].
5: 4 Kön. 2, 14 [= 2 Kön.].
6: Matth. 17, 3.
7: Vgl. Malach. 4, 5 f.; Matth. 17, 4.
8: 3 Kön. 18, 1. 45 [= 1 Kön.].
9: Luk. 13, 7.
10: Luk. 4, 19.
11: Matth. 21, 33 ff.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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