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Johannes von Damaskus († 750) - Genaue Darlegung des orthodoxen Glaubens (Expositio fidei)
Viertes Buch

XIII. KAPITEL. Von den heiligen, makellosen Mysterien des Herrn.

Der gute, allgute, übergute Gott, der ganz Güte ist, ertrug es ob des überströmenden Reichtums seiner Güte [S. 208] nicht, daß nur das Gute, d. h. seine eigene Natur, existiere, ohne daß jemand daran teilnehme, und eben deswegen schuf er zuerst die geistigen und himmlischen Mächte, dann die sichtbare und sinnliche Welt, dann aus Geistigem und Sinnlichem den Menschen. Alles von ihm Geschaffene hat dem Sein nach an seiner Güte teil. Denn er selbst ist für alles das Sein, da das Seiende in ihm ist, nicht bloß weil er es aus dem Nichtsein ins Sein gerufen, sondern weil seine Wirksamkeit das von ihm Geschaffene bewahrt und erhält. In höherem Maße [bewahrt und erhält er] die lebenden Wesen. Denn sie nehmen am Guten teil, sofern sie sowohl das Sein als das Leben besitzen. Aber noch mehr die vernünftigen Wesen, sowohl mit Rücksicht auf das eben Gesagte als auch mit Rücksicht auf die Vernunft. Denn sie sind gewissermaßen näher mit ihm verwandt, wenn er sie auch sicherlich unvergleichlich überragt.

Der Mensch hatte, da er vernünftig und selbstmächtig war, die Macht empfangen, sich durch eigene Wahl unaufhörlich mit Gott zu vereinigen, wenn anders er im Guten, d, h. im Gehorsam gegen den Schöpfer beharrte. Weil er nun das Gebot dessen, der ihn geschaffen, übertrat und dem Tode und Verderben verfiel, wurde der Schöpfer und Bildner unseres Geschlechtes „in seinem herzlichen Erbarmen 1“ uns gleich 2, er wurde in allem, die Sünde ausgenommen, Mensch und vereinigte sich mit unserer Natur. Denn da er uns sein Bild und seinen Geist mitgeteilt, und wir sie nicht bewahrten, nimmt er selbst unsere arme und schwache Natur an, um uns rein und unvergänglich und wieder seiner Gottheit teilhaftig zu machen.

Es sollte aber nicht bloß der Erstling unserer Natur zur Teilnahme am Guten gelangen, nein, es sollte auch jeder Mensch, der will, in zweiter Geburt geboren und mit einer neuen, der Geburt entsprechenden Speise genährt werden und so das Maß der Vollkommenheit erreichen. Durch seine Geburt oder Fleischwerdung, [S. 209] seine Taufe, sein Leiden und seine Auferstehung befreite er die Natur von der Sünde des Stammvaters, von dem Tode und dem Verderben, er ist der Erstling der Auferstehung geworden und hat sich selbst zum Weg und Vorbild und Beispiel gemacht, damit auch wir seinen Spuren folgen 3 und durch Annahme werden, was er von Natur ist: Söhne und Erben Gottes und seine Miterben 4. Er gab uns also, wie gesagt, eine zweite Geburt. Wie wir, aus Adam geboren, ihm gleich wurden und den Fluch und das Verderben erbten, so sollten wir auch, aus ihm geboren, ihm gleich werden und seine Unvergänglichkeit, seinen Segen und seine Herrlichkeit erben.

Da dieser Adam geistig ist, mußte auch die Geburt geistig sein, ebenso auch die Speise. Aber weil wir Doppelwesen und zusammengesetzt sind, muß auch die Geburt doppelt, desgleichen auch die Speise zusammengesetzt sein. Die Geburt nun ist uns durch Geist und Wasser 5, nämlich durch die Taufe, gegeben. Die Speise aber ist „das Brot des Lebens 6“ selbst, unser Herr Jesus Christus, der vom Himmel herabgekommen 7. Im Begriffe, den freiwilligen Tod für uns auf sich zu nehmen, in der Nacht, in der er sich überlieferte, vermachte er seinen heiligen Jüngern und Aposteln und durch sie allen, die an ihn glauben, ein neues Testament. Nachdem er im Obergemach des heiligen und herrlichen Zion mit seinen Jüngern das alte Pascha gegessen und das Alte Testament erfüllt, wäscht er den Jüngern die Füße 8, die heilige Taufe versinnbildend. Dann brach er Brot und gab es ihnen mit den Worten: „Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird zur Vergebung der Sünden.“ Desgleichen nahm er auch den Kelch mit Wein und Wasser und reichte ihnen denselben mit den Worten: „Trinket alle daraus, das ist mein Blut des Neuen Bundes, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Tuet dies zu meinem Andenken.“ Denn so oft ihr dieses Brot esset und [S. 210] diesen Kelch trinket, verkündet ihr den Tod des Menschensohnes und bekennet seine Auferstehung, bis er kommt 9.

Wenn „das Wort Gottes lebendig und wirksam ist 10“, und der Herr alles, was er wollte, gemacht hat 11, wenn er sprach; „Es werde Licht 12“ — und es ward —, „es werde das Firmament 13“ — und es ward —, wenn „durch das Wort des Herrn die Himmel geschaffen sind und durch den Hauch seines Mundes ihr ganzes Heer 14“, wenn der Himmel und die Erde, Wasser und Feuer und Luft und all ihr Schmuck und vollends dieses hochgefeierte Wesen, der Mensch, durch das Wort des Herrn entstanden, wenn der Gott-Logos selbst freiwillig Mensch wurde, und das reine, unbefleckte Geblüte der heiligen, immerwährenden Jungfrau sich ohne Samen zum Fleische bildete — kann er dann nicht das Brot zu seinem Leib und den Wein und das Wasser zu seinem Blute machen? Er sprach am Anfang: „Es bringe die Erde zartes Grün hervor 15“, und bis jetzt bringt sie, durchs göttliche Gebot gedrängt und befähigt, ihre Gewächse hervor. Es sprach Gott: „Das ist mein Leib“, und: „Das ist mein Blut“, und: „Das tuet zu meinem Andenken.“ Und durch sein allmächtiges Gebot geschieht es, bis er kommt. Denn so heißt es: „Bis er kommt 16.“ Und es kommt durch die Anrufung (Epiklese) 17 als Regen auf dies neue Ackerfeld die [S. 211] überschattende Kraft des Hl. Geistes. Denn wie Gott alles, was er gemacht, durch die Wirksamkeit des Hl. Geistes gemacht hat, so schafft auch jetzt die Wirksamkeit des Hl. Geistes das Übernatürliche, das nur der Glaube fassen kann. „Wie wird mir das geschehen,“ sagt die heilige Jungfrau, „da ich keinen Mann erkenne 18?“ Der Erzengel Gabriel antwortet: „Der Hl. Geist wird auf dich herabkommen, und die Kraft des Allerhöchsten dich überschatten 19.“ Und jetzt fragst du, wie das Brot Leib Christi und der Wein und das Wasser Blut Christi wird. Auch ich sage dir: Der Hl. Geist kommt hinzu und wirkt das, was Begreifen und Denken übersteigt.

Es wird Brot und Wein genommen. Denn Gott kennt die menschliche Schwachheit. Sie wendet sich nämlich meist von dem, was nicht in gewohnheitsmäßigem Gebrauche ist, unwillig ab. In seiner gewohnten Herablassung also bewirkt er auch durch das, woran die Natur gewöhnt ist, das Übernatürliche. Weil die Menschen sich mit Wasser zu waschen und mit Öl zu salben pflegen, so verband er bei der Taufe mit Öl und Wasser die Gnade des Geistes und machte sie zum „Bade der Wiedergeburt 20.“ Und weil die Menschen Brot zu essen und Wasser und Wein zu trinken pflegen, so verband er mit ihnen seine Gottheit und machte sie zu einem Leib und Blut, damit wir durch das Gewohnte und Natürliche das Übernatürliche erlangen.

Der Leib ist wahrhaft mit der Gottheit vereint, der Leib aus der heiligen Jungfrau, nicht als ob der [in den Himmel] aufgenommene Leib vom Himmel herabkäme, sondern weil das Brot und der Wein selbst in Leib und Blut Gottes verwandelt wird. Fragst du aber, wie es geschieht, so genügt dir zu hören, daß es durch den Hl. Geist [geschieht]. So bildete auch der Herr aus der heiligen Gottesgebärerin durch den Hl. Geist für sich und in sich Fleisch. Und mehr wissen wir nicht, als daß [S. 212] das Wort Gottes wahr und wirksam 21 und allmächtig ist, das Wie aber ist unerforschlich. Zweckdienlich ist auch folgende Bemerkung: Wie auf natürliche Weise das Brot durch Essen und der Wein und das Wasser durch Trinken in Leib und Blut des Essenden und Trinkenden verwandelt werden, und nicht ein Leib entsteht, der von seinem früheren Leibe verschieden ist, so wird auch das Opferbrot22 und Wein und Wasser durch die Anrufung und Herabkunft des Hl. Geistes auf übernatürliche Weise in den Leib und das Blut Christi verwandelt, und es sind nicht zwei, sondern es ist ein und derselbe 23.

Es gereicht denen, die es im Glauben würdig empfangen, „zur Vergebung der Sünden 24“, zum ewigen Leben und zum Schutze des Leibes und der Seele; denen aber, die es im Unglauben unwürdig genießen, zur Züchtigung und Strafe, gleichwie auch der Tod des Herrn den Gläubigen Leben und Unvergänglichkeit zum Genusse der ewigen Seligkeit ist, den Ungläubigen und Mördern des Herrn aber zur ewigen Strafe und Pein gereicht.

Das Brot und der Wein sind nicht ein Bild des Leibes und Blutes Christi — das sei ferne —, sondern der vergottete Leib des Herrn selbst. Denn der Herr selber sprach: „Das ist mein Leib“, nicht: [Das ist] ein Bild des Leibes, und nicht: [Das ist] ein Bild des Blutes, sondern: „[Das ist] mein Blut.“ Und vorher sagte er zu den Juden: „Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esset und sein Blut nicht trinket, so habt ihr kein Leben in euch. Denn mein Fleisch ist wahrhaftige Speise, und mein Blut ist wahrhaftiger Trank 25.“ Und wiederum: „Wer mich ißt, wird leben 26.“

[S. 213] Darum wollen wir mit aller Ehrfurcht, reinem Gewissen und zuversichtlichem Glauben hinzutreten, und gewiß wird uns geschehen, wie wir glauben, wenn wir nicht zweifeln. Ehren wir es (═ Leib und Blut Christi) durch jegliche Reinheit, seelische wie leibliche, denn es ist zweifach. Treten wir mit glühendem Verlangen zu ihm hin und empfangen wir, die flachen Hände kreuzweise gelegt, den Leib des Gekreuzigten. Halten wir Augen, Lippen und Stirne hin 27 und nehmen wir die göttliche (glühende) Kohle, damit das Feuer sehnsüchtiger Liebe in uns, verbunden mit der Glut der Kohle, unsere Sünden verbrenne und unsere Herzen erleuchte, und wir durch die Teilnahme am göttlichen Feuer feurig und vergottet werden. Eine glühende Kohle sah Isaias 28. Kohle ist nicht einfaches, sondern mit Feuer vereintes Holz 29. So ist auch das Brot der Gemeinschaft nicht einfaches, sondern mit der Gottheit vereintes Brot. Der mit der Gottheit vereinte Leib aber ist nicht eine Natur. Nein, die eine ist die des Leibes, die andere die [S. 214] der Gottheit, die mit ihm vereint ist, so daß beides zusammen nicht eine Natur ist, sondern zwei.

Mit Brot und Wein empfing Melchisedech, „der Priester des höchsten Gottes 30“, den Abraham bei seinem Rückmarsch von der Niederwerfung der fremden Stämme 31. Jener Tisch bildete diesen geheimnisvollen Tisch vor, wie jener Priester ein Typus und Bild des wahren Hohenpriesters Christus war. Denn es heißt: „Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedechs 32 Dieses Brot sinnbildeten die Schaubrote 33. Dies ist das reine, allerdings auch unblutige Opfer, von dem der Herr durch den Propheten gesagt, daß es vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang dargebracht wird 34.

Leib und Blut Christi dienen zum Bestande unserer Seele und unseres Leibes. Denn sie werden nicht aufgezehrt, vergehen nicht, kommen nicht zur Ausscheidung 35 — das sei ferne —, sondern sie gehen in unsere Wesenheit ein und dienen zu unserer Erhaltung, sie wehren jeglichen Schaden ab, sie reinigen von jedem Schmutz, wie wenn man unreines Gold nimmt und es durchs prüfende (läuternde) Feuer reinigt, „auf daß wir nicht einstens mit der Welt verdammt werden 36“. Er (═ der Herr) reinigt nämlich durch Krankheiten und allerlei Schickungen, wie der göttliche Apostel sagt: „Würden wir uns selbst prüfen (richten), würden wir [S. 215] nicht geprüft (gerichtet) werden. Wenn wir aber vom Herrn geprüft (gerichtet) werden, werden wir dadurch gezüchtigt, damit wir nicht [einstens] mit der Welt verdammt werden 37.“ Und das meint er, wenn er sagt: „Wer den Leib und das Blut des Herrn unwürdig genießt, ißt und trinkt sich das Gericht 38.“ Durch ihn gereinigt, werden wir mit dem Leibe des Herrn und seinem Geiste vereint und werden Leib Christi.

Dieses Brot ist der Erstling des künftigen Brotes, „welches das kommende (ἐπιούσιος 39) [epiousios], auch das zum Sein gehörige ist. Denn das ἐπιούσιος [epiousios] bedeutet entweder das künftige, d. i. [das Brot] des künftigen Lebens, oder das, das zur Erhaltung unseres Seins (οὐσία) [ousia] empfangen wird. Sei es nun so oder so, man wird darunter passend den Leib des Herrn verstehen. „Denn lebendigmachender Geist 40“ ist das Fleisch des Herrn, weil es vom lebendigmachenden Geiste empfangen ward. Was nämlich aus dem Geiste geboren ist, ist Geist41. Das aber sage ich, nicht [S. 216] um die Natur des Leibes aufzuheben, sondern um das Lebendigmachende und Göttliche desselben zu zeigen.

Wenn aber auch einige das Brot und den Wein Abbilder des Leibes und Blutes 42 des Herrn nannten, wie der Gottesträger Basilius sagte, so meinten sie dieselben nicht nach der Heiligung (Konsekration), sondern vor der Heiligung, sie nannten die Opfergabe selbst so.

Teilnahme heißt sie (═ die Opfergabe). Denn durch sie nehmen wir an der Gottheit Jesu teil. Gemeinschaft heißt und ist sie wirklich. Denn durch sie haben wir Gemeinschaft mit Christus und werden seines Fleisches und seiner Gottheit teilhaftig. Durch sie treten wir aber auch untereinander in Gemeinschaft und Verbindung. Denn wir alle, die wir an einem Brote teilnehmen, werden ein Leib 43 und ein Blut Christi und Glieder voneinander 44, da wir mit Christus zu einem Leib vereinigt sind 45.

[S. 217] Mit aller Kraft wollen wir uns hüten, die „Teilnahme“ (Kommunion) von den Häretikern zu empfangen oder ihnen zu geben. Denn der Herr sagt: „Gebet das Heilige nicht den Hunden und werfet eure Perlen nicht vor die Schweine 46“, damit wir nicht Genossen ihrer Irrlehre und ihrer Verdammung werden. Gewiß, wenn sie (═ die Teilnahme, Kommunion) mit Christus uns gegenseitig vereinigt, so verbinden wir uns sicherlich auch mit allen, die dem Willen nach daran teilnehmen. Denn mit Willen geschieht diese Vereinigung, nicht ohne unsere Gesinnung. Ja, „wir alle sind ein Leib, weil wir an einem Brote teilnehmen 47“, wie der göttliche Apostel sagt.

Abbilder des Künftigen aber heißen sie (═ Brot und Wein), nicht als wären sie nicht wirklich Leib und Blut Christi, sondern weil wir jetzt durch sie an der Gottheit Christi teilhaben, dann aber geistig nur durch die Anschauung.

1: Luk. 1, 78.
2: Hebr. 2, 17.
3: 1 Petr. 2, 21.
4: Röm. 8, 17.
5: Joh. 3, 5.
6: Ebd. [Joh.] 6, 48.
7: Vgl. ebd. [Joh.] 6, 50.
8: Joh. 13, 2 ff.
9: Über die Einsetzungsworte der Eucharistie siehe Matth. 26, 26 ff.; Mark. 14, 22 ff.; Luk. 22, 19 f.; 1 Kor. 11, 23 ff. Johannes führt sie genau in dem Wortlaut an, den sie in der Anaphora der griechischen Jakobusliturgie haben. Storf, Griechische Liturgien (Bibliothek der Kirchenväter), Kempten u. München 1912, S. 105 f.
10: Hebr. 4, 12.
11: Vgl. Ps. 134, 6 [hebr. Ps. 135, 6].
12: Gen. 1, 3.
13: Ebd. [Gen.] 1, 6.
14: Ps. 32, 6 [hebr. Ps. 33, 6].
15: Gen. 1, 11.
16: 1 Kor. 11, 26.
17: Epiklese ist ein altliturgisches Meßgebet, das feierlich den Hl. Geist herabruft, daß er Brot und Wein in Christi Fleisch und Blut verwandle. Sie steht in fast allen morgenländischen und manchen abendländischen Liturgien nach den Einsetzungsworten, in anderen abendländischen Liturgien fehlt sie oder sie findet sich in nicht so ausgeprägter Form vor den Einsetzungsworten.
18: Luk. 1, 34.
19: Ebd. [Luk.] 1, 35.
20: Tit. 3, 5.
21: Hebr. 4, 12.
22: (Ὁ τῆς προθέσεως ἄρτος) [ho tēs protheseōs artos], wörtlich das Brot auf der Prothesis, d. i. auf dem Kredenztisch, der bei den Griechen auf der rechten Seite des Altares zur Zubereitung der Opfergaben steht.
23: Vgl. Greg. Nyss., Orat. catech. 37 (Migne, P. gr. 45, 93 ff., besonders 96 D u. 97 A).
24: Matth. 26, 28.
25: Joh. 6, 53. 55.
26: Vgl. ebd. [Joh.] 6, 57.
27: Ähnlich, nur viel ausführlicher beschreibt Cyrill von Jerusalem den Kommunionritus (Catech. 23 Mystag. 5, 21—22 Migne, P. gr. 33, 1124 C—1125): „Wenn du (nach dem Ruf: ,Das Heilige den Heiligen‘) hingehst (zur Kommunion), so gehe nicht hin die flachen Hände ausstreckend oder die Finger auseinanderspreizend, sondern mache die linke Hand zu einer Art Thron für die rechte als für die, welche den König in Empfang nehmen soll (d. h. lege die linke unter die rechte), und dann mache die flache Hand hohl und nimm (in sie hinein) den Leib Christi in Empfang und sage das Amen dazu (auf die Spendeformel). Nachdem du dann behutsam deine Augen durch Berührung mit dem heiligen Leib geheiligt hast, genieße ihn, habe aber wohl acht, daß dir nichts - auch nicht eine Brosame - davon verloren gehe . . . nicht die Hände ausstreckend (nach dem Kelche), sondern dich niederbeugend und in der Weise der Anbetung und Verehrung (═ gebeugt) das Amen sprechend, heilige dich, indem du auch vom Blute Christi empfängst. Und während noch die Feuchtigkeit an deinen Lippen ist, berühre sie mit den Händen und heilige damit die Augen und die Stirne und die übrigen Sinne.“ Thalhofer-Eisenhofer, Handbuch der kath. Liturgik, II (Freib. i. B. 1912), 354.
28: Is. 6, 6 f.
29: Ein von den griechischen Vätern oft gebrauchtes Bild.
30: Gen. 14, 18; Hebr. 7, 1.
31: Gen. 14, 17 f.; Hebr. 7, 1.
32: Ps. 109, 4 [hebr. Ps. 110, 4]; Hebr. 7, 17.
33: Zwölf dünne, ungesäuerte Brotkuchen aus Weizenmehl (mit Weihrauch), die auf einem mit Gold überzogenen Tische, dem Schaubrottische, im Heiligen der jüdischen Stiftshütte bzw. des Tempels in zwei Schichten auflagen und jeden Sabbat erneuert wurden. Exod. 25, 23—30; 37, 10—15; Levit. 24, 5—9; 1 Chron. 28, 16.
34: Mal. 1, 11.
35: Derselbe Gedanke bei Cyr. Hieros., Catech. 23 Mystag. 5, 15 (Migne, P. gr. 33, 1120 B): „Dieses Brot kommt nicht in den Bauch und gelangt nicht zur Ausscheidung (Matth. 15, 17; vgl. Mark. 7, 19), sondern wird für deinen Bestand zum Nutzen des Leibes und der Seele gegeben.“
36: 1 Kor. 11, 32.
37: 1 Kor. 11, 31 f.
38: Ebd. [1 Kor.] 11, 29.
39: Matth. 6, 11; Luk. 11, 3.
40: Joh. 6, 63; 1 Kor. 15, 45; 2 Kor. 3, 6.
41: J. P. Bock (Die Brotbitte des Vaterunsers, Paderborn 1911, S. 98) hat wahrgenommen, daß Johannes in vorliegendem Abschnitt Athanasius und Gregor von Nyssa in ihrer Erklärung der Brotbitte gefolgt ist. Athanasius bietet in seiner Schrift „Über die Menschwerdung des göttlichen Wortes und gegen die Arianer“, deren Echtheit wohl mit Unrecht bezweifelt wurde (Bardenhewer, Patrologie³, Freib. 1910, S. 212 f.), folgende Stelle über die Brotbitte des Vaterunsers : „Während der Herr von sich selbst sagt: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgestiegen, nennt er anderswo den Hl. Geist himmlisches Brot, indem er spricht: Gib uns heute unser kommendes (ἐπιούσιοv) [epiousion] Brot. Er lehrte uns nämlich während des Gebetes, in der jetzigen Lebenszeit das kommende Brot, d. i. das zukünftige, erflehen, dessen Erstlinge wir im gegenwärtigen Leben haben durch die Teilnahme am Fleische des Herrn, wie er selbst sagte: Das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt. Denn das Fleisch des Herrn ist ein lebendig machender Geist, weil es vom lebendigmachenden Geiste empfangen wurde. Was nämlich aus dem Geiste geboren ist, ist Geist.“ (Migne, P. gr. 26, 1011. Bock, a. a. O. S. 84); Athanasius leitet also ἐπιούσιος [epiousios] von ἐπιέναι [epienai] ═ kommen, Gregor von Nyssa dagegen von οὐσία [ousia] ═ Wesen, Sein ab. In seiner vierten Rede über das Vaterunser erklärt Gregor, im Anschluß an die Worte „also auch auf Erden“ wolle Christus in der vierten Bitte dem Bedenken begegnen, ob wir Menschen auf Erden den Willen Gottes so vollkommen wie die Engel im Himmel erfüllen können, da doch unsere Seele infolge der Bedürfnisse des Leibes in mannigfachen Sorgen befangen sei. Daraufhin schreibt er: „Deshalb wurde uns aufgetragen, das zu erflehen, was zur Erhaltung des leiblichen Seins (οὐσία) [ousia] hinreicht“ (De orat. Domin. orat. 4 Migne, P. gr. 44, 1169. Bock, a. a. O. S. 98. 100). Johannes hat diese Worterklärung des Nysseners verallgemeinert, sie nicht bloß auf die Erhaltung unseres leiblichen Seins, sondern unseres Seins überhaupt, also auch der Seele, ausgedehnt. — Über die Brotbitte des Vaterunsers und speziell über das ἐπιούσιος [epiousios] bei den Vätern siehe die gründlichen Untersuchungen von Bock, a. a. O. S. 67 —144.
42: In der Epiklese der Basiliusliturgie heißt es: ,,Indem wir die Abbilder des heiligen Leibes und Blutes deines Christus darbringen, beten und rufen wir dich an . .“ Storf, Griechische Liturgien, Kempten u. München 1912, S. 272 (Biblioth. der Kirchenväter).
43: 1 Kor. 10, 17; Röm. 12, 5.
44: Röm. 12, 5; vgl. 1 Kor. 12, 12. 27; Eph. 5, 30.
45: Vgl. Eph. 3, 6.
46: Matth. 7, 6.
47: 1 Kor. 10, 17.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger