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Märtyrerakten - Die Akten des Hl. Pionius und seiner Genossen

10.

Nach diesen Worten und Verhandlungen wurden sie zum Kerker geführt, wobei ein großer Teil des Pöbels und eine gewaltige Volksmenge ihnen das Geleite gab, welche so zahlreich herbeigeströmt war, daß sie den Platz Martha erfüllte und daß der Zugang durch die Volkeswogen fast versperrt wurde. Da sagten einige, als sie die schöne rote Farbe im Angesichte des seligen Märtyrers bemerkten, voll Verwunderung: Was ist das, daß der immer so bleiche Mensch auf einmal seine Farbe in Rot verändert hat? Und als Sabina aus Furcht vor dem Volksgedränge sich fest an seiner Seite hielt, sagte jemand: Du hältst dich so an ihn, als ob du fürchtetest, von deiner Amme weggerissen zu werden. Ein anderer aber rief mit lauter Stimme: Sie sollen gezüchtigt werden, wenn sie nicht opfern wollen. Dem erklärte Polemon: Wir können es nicht; denn wir haben keine Rutenbündel und Stöcke. Ein anderer sagte spöttisch: Sieh, wie das Männlein zum Opfern wandert! Das bezog sich auf den Asklepiades, der bei Pionius war. Pionius aber entgegnete: Das wird der nicht tun. Ein anderer aber sagte laut: Dieser oder jener wird opfern. Pionius erklärte: Jeder hat seinen eigenen Willen; ich heiße Pionius; es geht mich nicht an, daß einer opfert; wer es tut, soll seinen Namen angeben. Während sie so miteinander redeten, sagte einer aus dem Volke zu Pionius: Warum eilst du, da du doch so wißbegierig und so gelehrt bist, hartnäckigen Sinnes zum Tode? Diesem antwortete Pionius: Weil ihr an meine Hinrichtung glaubt, muß ich umsomehr halten, was ich begonnen habe. Denn auch ihr wisset, wie viele Todesfälle und wie schrecklichen Hunger und wieviel anderes ihr erfahren habt. Einer aus dem Volke sagte zu ihm: Auch du hast mit uns Not gelitten. Er antwortete: Ja, aber mit der Hoffnung, die ich im Herrn hatte.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger