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Märtyrerakten - Die Akten des Hl. Pionius und seiner Genossen

15.

Als er das weit und breit auseinandergesetzt hatte und ihnen sofort den Tempel zu verlassen befahl, kamen Polemon1 mit einem großen Gefolge an und riefen mit dröhnender Stimme: Euer Vorsteher2 hat schon geopfert, und nun hat die Obrigkeit verlangt, daß auch ihr rasch zum Tempel kommet;3 . Pionius antwortete ihm: Die, welche im Gefängnisse festgehalten werden, haben nach dem Herkommen die Ankunft des Prokonsuls abzuwarten. Was maßt ihr euch etwas an, was einem anderen zusteht? Nach dieser Weigerung traten sie zurück und gingen wieder mit einer noch größeren Schar in den Kerker hinein. Darauf redete der Reiteroberst in hinterlistiger und versteckter Rede den Pionius an: Uns, die du hier anwesend siehst, hat der Prokonsul geschickt und befohlen, daß ihr nach Ephesus wandern sollt. Pionius entgegnete: Der Abgesandte soll kommen und wir werden ohne Säumen hinausgehen. Darauf kam der Hyparch oder, wie die Henker ihn nannten, der Turmarius, ein angesehener Mann, und sagte: Wenn du den Befehlen zu gehorchen dich weigerst, wirst du zu fühlen bekommen, was für eine Gewalt ein Turmarius haben kann. Als er das redete, faßte er den Pionius so fest an der Gurgel, daß er nicht Atem schöpfen konnte; dann übergab er ihn seinen Dienern, um ihn wegzuführen; diese banden ihn so fest, daß er den Atem weder einziehen noch ausstoßen konnte. Er und die übrigen, auch Sabina, wurden zum Gerichtshof geschleppt und riefen mit lauter Stimme: Wir sind Christen. Und wie die tun, welche ungern gehen, so warfen sie sich auf die Erde, damit ihre Leiber langsamer fortgeschleppt würden und ihr Zutritt zum Tempel erschwert werde. Den Pionius haben sechs Knechte teils getragen, teils gezogen. Und da ihre Schultern ermüdet waren und sie auf beiden Seiten schon nachließen, stießen sie mit den Fersen gegen seine Rippen, damit er ihnen die Last erleichtere oder von Schmerz überwunden ihnen folge. Doch ihre Roheit nützte nichts und ihre Mißhandlung hatte keinen Erfolg; denn er blieb so unbeweglich, als wenn das Gewicht seines Körpers durch die Fersenstöße der Diener noch vermehrt würde. Als sie ihn bei all ihrer Anstrengung so unbeweglich sahen, forderten sie noch Hilfskräfte, um wenigstens durch die Zahl zu ersetzen, was an Kraft fehlte.

1: der Tempelwächter und der Reiteroberst Theophilus
2: Euktemon
3: im Nemeseion werden euch Lepidus und Euktemon fragen

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger