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Märtyrerakten - Die Akten der Hl. Perpetua und Felizitas

21.

Inzwischen redete Saturus an einem anderen Tore dem Soldaten Pudens zu und sagte: Bis jetzt habe ich überhaupt, sowie ich vorausgesehen und vorhergesagt habe, noch mit keinem der Tiere zu tun gehabt. Glaube jetzt von ganzem Herzen: Siehe ich gehe jetzt hier heraus und werde von einem einzigen Bisse eines Leoparden getötet. Und sofort wurde er am Ende des Schauspieles, als ein Leoparde losgelassen worden war, durch einen einzigen Biß desselben so mit Blut übergossen, daß das Volk ihm bei seiner Rückkehr Zeugnis von seiner zweiten Taufe gab, indem es rief: Möge dir das Bad wohl bekommen, möge dir das Bad wohl bekommen! Freilich war er in jeder Hinsicht geheilt, der also gewaschen worden war. Er sagte noch zu dem Soldaten Pudens: Lebe wohl, gedenke des Glaubens und meiner, und das hier möge dich nicht irre machen, sondern bestärken! Zugleich erbat er sich den Ring von seinem Finger, tauchte ihn in sein Blut und gab ihn ihm als Erbstück zurück, indem er ihm ein Unterpfand und ein Andenken an sein Blut hinterließ. Darauf wurde er, schon fast entseelt, mit den übrigen an die gewohnte Stelle geworfen, um den Todesstreich zu erhalten. Und da das Volk sie in der Mitte zu sehen verlangte, um seine Augen an ihrem Tode zu weiden, wenn das Schwert in ihren Leib drang, da erhoben sie sich selbst und begaben sich dahin, wohin das Volk wollte, nachdem sie vorher einander geküßt hatten, um ihr Martyrium mit dem feierlichen Friedenskusse zu vollenden. Die übrigen empfingen regungslos und lautlos den Todesstoß, am meisten Satyrus; er, der zuerst die Leiter hinaufgestiegen war, gab auch zuerst den Geist auf und erwartete die Perpetua. Perpetua aber, um doch auch etwas von Schmerzen zu kosten, schrie auf, als sie zwischen die Rippen getroffen wurde, und führte die schwankende Hand des noch unerfahrenen Gladiators zu ihrer Kehle. Vielleicht hätte eine solche Frau anders nicht getötet werden können, da sie von dem unreinen Geiste gefürchtet wurde, wenn sie nicht selbst gewollt hätte.

O heldenmütige und hochheilige Märtyrer! O wahrhaft Berufene und Auserwählte zur Herrlichkeit unseres Herrn Jesu Christi! Wer diese verherrlicht, ehrt und anbetet, der muß ohne Zweifel auch solche Beispiele, die den alten nicht nachstehen, zur Erbauung der Kirche lesen, damit auch die neuen Wunderkräfte dafür Zeugnis ablegen, daß ein und derselbe Geist bis jetzt noch fortwirkt und Gott der allmächtige Vater und sein Sohn Jesus Christus unser Herr, dem Ehre sei und unermeßliche Macht in alle Ewigkeit. Amen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger