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Irenäus († um 200) - Erweis der apostolischen Verkündigung (Demonstratio apostolicae praedicationis)
II. Zweiter Hauptteil. Beweis der Wahrheit der Offenbarungslehre aus dem äusseren Zeugnis der heilsgeschichtlichen Tatsachen.
Dritter Abschnitt. Das Christentum in seiner inneren und äußeren Entfaltung als Erfüllung der messianischen Weissagungen.

97.

Durch die Anrufung1 des Namens Jesu Christi, der unter Pontius Pilatus gekreuzigt worden ist, tritt eine Scheidung unter den Menschen ein, und wo immer jemand von denen, die an ihn glauben, diesen Namen flehend anruft und dessen Willen tut, da ist er ihm nah und gegenwärtig, und erfüllt die Bitten derjenigen, welche mit reinem Herzen zu ihm rufen. Durch ihn erlöst, preisen wir unaufhörlich Gott, welcher in seiner großen, unerforschlichen und abgründigen Weisheit uns gerettet hat und das Heil vom Himmel her verkündigt hat, die sichtbare Ankunft unseres Herrn, d. h, seinen Wandel als Mensch. Wir hätten dies für uns nicht erlangen können. Doch was unmöglich ist bei den Menschen, das ist möglich vor Gott, Deshalb sagt Jeremias über ihn: „Wer ist zum Himmel hinaufgestiegen und hat sie [= Gottes Weisheit] geholt und herabgeführt aus den Wolken? Wer ist hinübergefahren über das Meer und hat sie gefunden und sie herübergebracht für köstliches Gold? Niemand kennt zu ihr den Pfad, niemand ergründet im Geiste ihre Wege. Aber der, welcher alles weiß, kennt sie in seinem Geiste; der die Erde gebildet hat für ewige Zeit und sie erfüllt mit fetten vierfüßigen Tieren, der das Licht sendet, daß es wandelt, er ruft ihm und es gehorcht mit Furcht. Die Sterne leuchten auf zu ihrer Zeit und freuen sich. Er hat sie gerufen und sie sprechen: Siehe uns hier! Mit Freuden leuchten sie dem, der sie geschaffen hat. Das ist unser Gott, kein anderer soll ihm zur Seite gestellt werden. Er hat alle Wege mit seiner Klugheit gefunden und hat sie Jakob gegeben, seinem Diener, und Israel seinem Liebling. Hernach erschien er auf Erden und wandelte unter den Menschen. Das ist das Buch der Gebote Gottes und seiner Gesetze, die ewig sind. Allen, die es beobachten, ist es zum Leben, die aber von ihm ablassen, werden sterben“2 . Jakob und Israel nennt er hier nun den Sohn Gottes, der vom Vater die Herrschaft empfing über unser Leben und, nachdem er dies empfangen, brachte er es zu uns herab, die da fern von ihm waren, als er auf Erden erschien und unter den Menschen einherging. Er hat den Geist Gottes des Vaters mit den Geschöpfen Gottes vereint und verbunden, daß der Mensch sich verhalte nach dem Bilde und der Ähnlichkeit Gottes.

1: Vgl. adv. haer. II, 32, 4. 5, [Kunze a.a.O.]
2: Baruch 3,29 bis 4,1

 

 

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I. Erster Hauptteil. ...
II. Zweiter Hauptteil. ...
. Der leitende Grundsatz.
. Erster Abschnitt. Die ...
. Zweiter Abschnitt. ...
. Dritter Abschnitt. ...
. . 85.
. . 86.
. . 87.
. . 88.
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. . 90.
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. . 95.
. . 96.
. . 97.
. Schluss. Ermunterung ...

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger