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Irenäus († um 200) - Erweis der apostolischen Verkündigung (Demonstratio apostolicae praedicationis)
II. Zweiter Hauptteil. Beweis der Wahrheit der Offenbarungslehre aus dem äusseren Zeugnis der heilsgeschichtlichen Tatsachen.
Zweiter Abschnitt. Die Erfüllung der einzelnen Weissagungen über Jesu Lebensverhältnisse, Wirksamkeit, Leiden und Auferstehung.

56.

Und wiederum sagt Isaias: „Und sie werden wünschen, daß sie mit Feuer verbrannt wären, denn ein Kind ist uns geboren, und ein Sohn ist uns geschenkt, auf dessen Schultern die Herrschaft gelegt ist, und sein Name heißt: Bote des großen Rates. Denn ich werde über die Fürsten Frieden bringen und Friede und Wohl für ihn wiederum. Groß ist seine Macht und sein Friede hat keine Grenze, auf dem Throne und im Reiche Davids zu wirken [und zu vollenden und zum Anteil zu sein ?]1 und es zu bewahren durch Gerechtigkeit und Gericht von nun an bis in Ewigkeit“2 . Durch diese Worte wird ja der Sohn Gottes zugleich als Geborener und als ewiger König dargestellt. Wenn es aber heißt: „Sie werden wünschen, im Feuer verbrannt zu sein“, so ist das von jenen gesagt, welche nicht an ihn glauben, und welche an ihm das taten, was sie getan haben. Das Wort bedeutet, daß sie beim Gerichte sagen werden: Wie viel besser wäre es gewesen, daß wir mit Feuer verbrannt worden wären, schon bevor der Sohn Gottes geboren wurde, als daß wir nach seiner Geburt nicht an ihn geglaubt haben! Denn jene, welche entschlafen waren, ehe Christus erschien, hatten Hoffnung, im Gerichte des Auferstandenen Heil zu finden, sofern sie Gott fürchteten, in Gerechtigkeit entschlafen waren und den Geist Gottes in sich getragen hatten wie die Patriarchen, die Propheten und die Gerechten. Jenen aber, die nach der Erscheinung Christi nicht an ihn geglaubt haben, droht beim Gerichte unbarmherzige Rache. Mit dem Ausdruck: „auf dessen Schultern die Herrschaft gelegt ist“, ist figürlich das Kreuz genannt, auf welchem er festgenagelt mit seinem Rücken ruhte. Denn das Kreuz war und ist für ihn und seinetwegen für uns eine Schmach. Dasselbe aber nennt er seine Herrschaft zum Zeichen seines Königtums. Bote des großes Rates, d. h. des Vaters, wird er noch genannt, weil er ihn uns geoffenbart hat.

1: In der LXX ἐπι τόν θρόνον Δαυίδ καὶ τὴν βασιλείαν αὐτοῦ, κατορθῶσαι αὐτὴν καὶ ἀντιλαβὲσθαι ἐν κρίματι καὶ ἐν δικαιοσύνῃ ἀπὸ τοῦ νῦν καὶ είς τὸν αἰῶνα. Der arm. Text des Irenäus hat hier nach κατορθῶσαι αὐτὴν den Zusatz jew vetscharel jew i kojs linel, was durch den in Klammern gesetzten Ausdruck verdeutscht sein dürfte. Die Herausgeber der arm. Übersetzung wollen die Worte etwa wiedergeben mit: „beendigen und auf die Seite stellen“, was kaum verständlich ist. Es ist am Platze, auf die Vulgata hinzuweisen: Super solium David et super regnum ejus sedebit, ut confirmet illud et corroborret in iudicio et iustitia a modo et usque in sempiternum.
2: Jes. 9,6-7

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger