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Irenäus († um 200) - Erweis der apostolischen Verkündigung (Demonstratio apostolicae praedicationis)
II. Zweiter Hauptteil. Beweis der Wahrheit der Offenbarungslehre aus dem äusseren Zeugnis der heilsgeschichtlichen Tatsachen.

Erster Abschnitt. Die Präexistenz des Gottessohnes vor der Schöpfung und Menschwerdung. Seine Bestimmung zum Erlöser und Wirksamkeit im alten Bund. Grundlage der Weissagung.

43. f.

Das hat zuerst Moses geweissagt. Er sagte auf hebräisch: Baresith bara Elowim basan benuam samenthares, was in der Sprache des Übersetzers1 heißt: „Im Anfang der Sohn, dann schuf Gott den Himmel und die Erde“2 . Mit diesem Zeugnis stimmt der Prophet Jeremias zusammen. Er sagt: „Vor dem Morgenstern habe ich dich geboren und vor der Sonne ist dein Name“3 , Und das heißt soviel als vor der Schöpfung der Welt. Denn zugleich mit der Welt wurden auch die Gestirne. Wiederum sagt er: „Glückselig der, welcher war, bevor durch ihn der Mensch wurde.“ Denn vor der Schöpfung der Welt war für Gott als Anfang der Sohn, für uns aber ist er jetzt, wo er erschienen ist. Zuvor war er für uns nicht. Wir kannten ihn nicht. Deshalb konnte sein Jünger Johannes, um uns von der Vorweltlichkeit dessen, der Gottes Sohn und beim Vater war, und von seiner schöpferischen Tätigkeit in Hinsicht auf alles Geschaffene zu belehren, sagen: „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort. Dieses war im Anfang bei Gott; alles ist durch ihn geworden und ohne ihn ist nichts geworden.“ Damit zeigte er ganz sicher, daß der, so im Anfang als Wort beim Vater war, und durch den alles geworden ist, der Sohn desselben ist.

1: Im Texte: „in die armenische Sprache übersetzt“.
2: Kol. 1,15 f. bezeichnet Paulus Christus als den Erstgeborenen [vor] aller Schöpfung, in welchem alles im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare erschaffen worden ist. Von dieser Lehre geleitet, suchte man im Schöpfungsbericht selbst eine entsprechende Beziehung auf die schöpferische Tätigkeit des Gottessohnes und faßte die Angabe der Genesis im Sinne auf: in filio fecit Deus coelum et terram. Hieronymus nennt als Vertreter dieser Annahme den Verfasser der altercatio Jasonis et Papisci, Tertuliian und Hilarius. [Quaest. hebr. in libro Genes. Lagarde 1868 p. 3.] Ausdrücklich sagt Hilarius, daß das hebr. Wort „beresith“ drei Bedeutungen habe, nämlich: in principio, in capite, in filio. Etwas abweichend bringt Irenäus den. christlichen Gedanken in den Anfang des Schöpfungsberichtes hinein, sofern er nicht beresith für: „im Sohne“ nimmt, sondern bara als Sohn übersetzt. Das Wort des obigen Textes „basam“ entspräche dann einem Ausdruck mit der Bedeutung: „schuf“. Basam wäre möglicherweise aus „bera“ verdorben. Unerklärt bleibt das Wort „benuam“. Der armenische Text übersetzt es mit apa = hernach. Das scheint „mehr aus dem Sinne als aus einem Verständnis des Wortes benuam geschehen zu sein, sofern im Gegensatz zur Lehre, daß der Sohn am Anfang war, die Schöpfung als Späteres charakterisiert werden sollte; hernach heißt soviel als: nachdem der Sohn längst war von Anfang an. Möglicherweise liegt ein durch falsches Hören entstandener Text vor, dessen Irrtum durch falsche Lesung noch gesteigert wurde. Wenn benuam mitgezählt wird, entspricht die Zahl der Buchstaben ungefähr derjenigen, welche die griechische Transkription des hebräischen Textes aufweisen mußte. Sie wird aber ohne dasselbe um sieben Buchstaben zu kurz. Vgl. Harnack a.a.O., S. 60. Nestle [Berl. Philol. Wochenschrift 1907 S. 134] hält es für möglich, daß das Wort beresith schon für: „Sohn am Anfang“ genommen worden sei.
3: Ps. 109,3 u. 71,17

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger