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Irenäus († um 200) - Erweis der apostolischen Verkündigung (Demonstratio apostolicae praedicationis)
I. Erster Hauptteil. Die geistige Harmonie der christlichen Glaubenslehre.
Zweiter Abschnitt. Vorbereitung der Erlösung. Sünde und Menschenbosheit. Gottes Barmherzigkeit und Gerechtigkeit.

24.

Im Ablauf der folgenden Zeit, d. h. im zehnten Geschlecht nach der Sintflut, ist Abraham berufen, vom Segen des Stammvaters seinen Anteil und Gott nach Gebühr zu suchen. Angetrieben vom Zug seiner Seele, durchzog er ringsum die Länder und suchte, wo er Gott finde1 . In Schwachheit gelang es ihm selbst nicht, das Gesuchte zu erreichen. Aber Gott erbarmte sich dessen, der allein im Verborgenen ihn suchte, und offenbarte sich dem Abraham durch das Wort gleich wie mit lichtem Strahl und gab sich so ihm zu erkennen. Vom Himmel her redete er ihn nämlich an und sprach zu ihm: „Ziehe hinweg aus deinem Lande und deinem Volke und aus dem Hause deines Vaters und gehe in das Land, das ich dir zeigen werde, um dort zu wohnen“2 . Obwohl er damals schon in reiferen Jahren stand als Siebzigjähriger und ein Weib hatte, so zog er doch voll Vertrauen auf die himmlische Stimme mit seinem Weib zusammen aus Mesopotamien und nahm auch den Loth, den Sohn seines verstorbenen Bruders, mit sich. Im Lande, welches heute Judäa heißt, und das damals sieben Stämme aus der Nachkommenschaft des Cham bewohnten, erschien ihm dann Gott im Gesichte und sprach zu ihm: „Dir und deinen Nachkommen nach dir will ich dieses Land geben zum ewigen Besitze“3 . Und es war4 wohl seine Nachkommenschaft [zuerst] als Fremdlinge in einem Lande, das nicht sein eigen war, und mußte dienen unter Schmerzen und Plagen vierhundert Jahre; aber im vierten Jahrhundert kehrten sie [wirklich] in das dem Abraham versprochene Land zurück. Das Volk aber, das seine Nachkommenschaft geknechtet hatte, richtete Gott. Um Abraham zugleich mit der Menge auch den Ruhm seiner Nachkommenschaft kund zu tun, führte ihn Gott nachts hinaus und sagte zu ihm: „Blicke hinauf zum Himmel und schaue die Sterne des Himmels, ob du sie zu zählen vermagst; so wird deine Nachkommenschaft zahlreich sein“5 . Und Gott erprobte die Unerschütterlichkeit und Zuversicht seiner Seele und bezeugt es selbst durch den Hl. Geist in der Schrift, wo es heißt: „Und es glaubte Abraham und das ward ihm zur Gerechtigkeit angerechnet“6 . Als ihm dieses Zeugnis zuteil wurde, war er noch unbeschnitten. Damit nun die Vortrefflichkeit seines Glaubens durch ein Zeichen bestätigt würde, gab ihm Gott die Beschneidung, nachdem die Unbeschnittenheit das Siegel des Glaubens dessen gewesen, der in der Unbeschnittenheit war7 . Hernach wurde ihm ein Sohn geboren von Sarah, die unfruchtbar war, Isaak, gemäß dem Versprechen Gottes; entsprechend dem Bunde, den Gott mit ihm geschlossen, gab er ihm die Beschneidung. Von Isaak wurde Jakob gezeugt; und so ging der Segen, der ursprünglich Sem gegeben worden war, auf Abraham, von Abraham auf Isaak, von Isaak auf Jakob über als Erbe des Geistes, das ihnen zugeteilt worden war. Denn Gott wurde Gott Abrahams und Gott Isaaks und Gott Jakobs genannt. Und Jakob erzeugte zwölf Söhne, nach denen die zwölf Stämme Israels benannt wurden.

1: Wohl jüd. Überlieferung [Bonwetsch Th. Lztg. 1908]
2: Gen. 12,1
3: Gen. 12,7
4: Vielleicht ist der Satz noch abhängig zu denken von: „er sprach zu ihm“ und zu übersetzen: Es soll deine Nachkommenschaft als Fremdling etc.
5: Gen. 15,5
6: Gen. 15,6; Röm. 4,3
7: Hierzu ist Röm. 4,11 zu vergleichen. Abraham ist Träger des Glaubens vor der Beschneidung gewesen, damit an ihm die Kraft und Bedeutung des Glaubens bei den Unbeschnittenen sich offenbare.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger