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Irenäus († um 200) - Erweis der apostolischen Verkündigung (Demonstratio apostolicae praedicationis)
Einleitung.
Die Beweggründe zur Abfassung der Schrift.

3.

Wohlan, um nicht von ihr zu kosten, müssen wir treu an der Regel des Glaubens festhalten und die Gebote Gottes erfüllen, vom Glauben an Gott geleitet und aus Furcht vor ihm, weil er der Herr ist, zugleich aus Liebe zu ihm, weil er ein Vater ist. Das Vollbringen kommt aus dem Glauben, wie Isaias sagt: "Wenn ihr nicht glaubt, werdet ihr nicht verstehen"1 , und zum Glauben führt die Wahrheit, denn der Glaube ruht auf wahrhaften Tatsachen. Das Tatsächliche werden wir glauben, wie es ist, und im Glauben an das Tatsächliche, wie es immer ist, auch in fester Zustimmung zu demselben verharren. Da der Glaube die Bürgschaft für unser Heil ist, so ist es unsere ehrenvolle Pflicht, auf dieses Heilmittel viele Sorgfalt zu verwenden, um die wahre Einsicht in die Dinge zu erlangen. Der Glaube bewirkt dies in uns, wie uns die Alten2 , die Schüler der Apostel, überliefert haben. Zuvörderst mahnt er uns zu gedenken, daß wir die Taufe zur Nachlassung der Sünden im Namen Gottes des Vaters empfangen haben, und im Namen Jesu Christi, des Sohnes Gottes, der einen Leib angenommen hat, gestorben und von den Toten auferstanden ist, und im heiligen Geist Gottes, und daß diese Taufe das Siegel des ewigen Lebens und der Wiedergeburt in Gott ist, so daß wir nicht mehr Kinder der sterblichen Menschen, sondern des ewigen, immerwährenden Gottes3 sind. Und daß das ewig und beständig Seiende für Gott gehalten werde und hoch über allem Gewordenen4 steht, und daß alles andere5 ihm unterworfen ist, und daß das Gott Unterworfene alles ihm zu eigen machen soll, denn nicht über Fremdes gebietet er und herrscht er, sondern über das Seinige. Gottes sind alle Dinge. Deshalb ist Gott der Allmächtige und alles, was ist, ist von Gott.

1: 7, 9.
2: Eine ähnliche Erklärung bietet das irenäische Fragment bei Pitra, Anal. Sacra IV S. 83. Über den Wert der Erklärung s. Belser, Theol. Quartalschr. 1907 S. 618.
3: S. Vardanian in Handes amsorya. Wien 1910 S, 308f.
4: = das Unbeständige, nicht Ewige.
5: = das Nichtgöttliche.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger