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Irenäus († um 200) - Erweis der apostolischen Verkündigung (Demonstratio apostolicae praedicationis)
Einleitung.
Die Beweggründe zur Abfassung der Schrift.

2.

Da der Mensch als Lebewesen aus Leib und Seele zusammengesetzt ist, so ist für ihn natürlich und passend, mit diesen beiden zu existieren1 . Und da sich für beide Anstöße ergeben, so ist sowohl eine Heiligung des Leibes zu beobachten, die beständige Enthaltung von allen unschamhaften Dingen und von allen ungerechten Werken, als auch eine Heiligung der Seele, die unversehrte Bewahrung des Glaubens an Gott ohne Zutaten und ohne Kürzungen, Denn der Dienst Gottes wird gestört und beeinträchtigt durch die Unreinheit und Befleckung des Leibes, er erlahmt und wird entweiht und geteilt, wo die Lüge in die Seele hinein Einzug hält; aber wo Wahrheit stetsfort in den Geistern und die Reinheit in dem Leibe wohnt, da behält er seine Schönheit und gebührende Vollkommenheit. Wozu sollte es auch dienen, die Worte der Wahrheit zu kennen, während man seinen Leib der Unreinheit preisgibt und in seinen Handlungen der Bosheit dient? Was aber nützte es ferner, den Leib in Ehren zu halten, wenn die Wahrheit nicht in der Seele wohnte? In gegenseitiger Beglückung und Harmonie sind sie berufen, sich als Kampfgenossen vor Gott zu stellen. Deshalb sagt der Hl. Geist durch den Mund Davids: "Glückselig der Mann, der nicht wandelt nach den Ratschlägen der Gottlosen"2 . Gemeint sind die Ratschläge jener Geschlechter, die Gott nicht kennen. Gottlos sind ja wahrlich jene, welche dem wesenhaft seienden Gott nicht dienen. Aus diesem Grunde sprach "das Wort" zu Moses: "Ich bin der Seiende"3 . Wer nun aber das höchste Wesen nicht als Gott verehrt, der ist gottlos. "Und4 auf den Pfad der Sünder nicht ging." Sünder sind hier diejenigen, die Kenntnis von Gott besitzen, aber seine Gebote nicht halten, die Verächter und Schmäher. "Und auf dem Stuhl der Pestilenz nicht saß." Als Pestilenz sind jene bezeichnet, welche nicht nur sich selber, sondern auch anderen durch die unheilvolle Brut und das Schlingengewirr ihrer Lehre den Untergang bereiten. Der Stuhl ist ja das Sinnbild der Schule. Alle Häretiker sind hier gekennzeichnet. Auf dem Stuhle der Pestilenz sitzen sie, und dem Untergang verfallen alle, welche das Gift ihrer Irrlehre einnehmen.

1: Gegen gnostische Irrungen hervorgehoben.
2: Ps. 1,1.
3: Exod. 3, 14.
4: fährt der Psalmist fort

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger