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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Erstes Buch

XII. Kapitel

55.

1. Da die Überlieferung wenigstens nach dem Urteil dessen, der eine Vorstellung von der Erhabenheit der [S. 55] Lehre bekommen hat, kein Gemeingut und nicht allen ohne Unterschied zugänglich ist, muß man also "die in der Form eines Geheimnisses verkündete Weisheit",1 die der Sohn Gottes lehrte, verbergen.

2. So muß ja der Prophet Jesaias seine Zunge mit einem Feuerbrand reinigen lassen, damit er das Gesicht verkündigen könne,2 und auch bei uns muß nicht nur erst die Zunge, sondern auch das Gehör geheiligt werden, wenn wir versuchen wollen, Teilhaber der Wahrheit zu sein.

3. Dieser Gedanke hemmte mich beim Schreiben, und noch jetzt scheue ich mich, "die Perlen" wie es heißt, "vor die Schweine zu werfen, damit sie sie nicht mit ihren Füßen zertreten und sich gegen euch wenden und euch zerreißen."3

4. Denn es ist schwer, die wahrhaft reinen und durchscheinenden Lehren über das wahre Licht vor Hörern zur Schau zu stellen, die den Schweinen gleichen und "ungebildet"4 sind. "Denn es gibt kaum irgendwelche Lehren, die anzuhören der großen Masse mehr Anlaß zu Spott, den Verständigen dagegen mehr Anlaß zu Bewunderung und Begeisterung gäbe."5

1: 1 Kor 2,7.
2: Vgl. Jes 6,6f.
3: Mt 7,6.
4: Dieses Wort geht bei Platon unmittelbar dem nachher bei Clemens angeführten Satze vorher.
5: Platon, Brief II p.314A.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger