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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Erstes Buch
VII. Kapitel

38.

1. Jetzt wollen wir auch noch die Tatsache erwägen, daß Leute, die kein Wissen haben, auch wenn sie je ihr Leben rechtschaffen hinführen, noch nicht vollkommen werden allein durch ihr gutes Handeln.1 Denn ihr Gutestun beruht nur auf Zufall, ebenso wie manche zu der Lehre von der Wahrheit durch ihre natürliche Begabung glücklich gelangen; "Abraham aber wurde nicht infolge von Werken gerechtfertigt, sondern auf Grund seines Glaubens."2

2. Es nützt ihnen also nach dem Ende des Lebens nichts, auch wenn sie jetzt gute Werke tun, wenn sie nicht [S. 41] Glauben haben.

3. Denn deshalb wurde die Heilige Schrift in die Sprache der Griechen übersetzt, daß sie nie einen Vorwand für ihre Unwissenheit vorschützen könnten, da sie in der Lage waren, auch unsere Lehren zu hören, wenn sie nur wollten.

4. Anders spricht jemand über die Wahrheit, anders legt sich die Wahrheit selbst aus. Ein anderes ist das Vermuten der Wahrheit, ein anderes die Wahrheit selbst; etwas anderes ist das Abbild, etwas anderes das Seiende selbst; und das Abbild wird durch Lernen und Üben gewonnen, die Wahrheit selbst aber durch Kraft und Glauben.

5. Denn ein Geschenk ist der Unterricht in der Gottesfurcht, und Gnade ist der Glaube. Denn indem wir Gottes Willen tun, erkennen wir seinen Willen.3 "Öffnet also", so sagt die Schrift, "die Tore der Gerechtigkeit, damit ich durch sie einziehe und den Herrn preise!"4

6. Da aber Gott in seiner Güte auf vielerlei Weise Rettung bringt, gibt es viele verschiedenartige Wege zur Gerechtigkeit, und sie münden in den Hauptweg und führen zu dem Haupttor. Wenn du aber nach dem königlichen und wirklich gültigen Eingang suchst, so wirst du hören: "Dieses ist das Tor des Herrn; Gerechte werden hier einziehen."5

7."Da nun viele Tore geöffnet waren, so war das Tor zur Gerechtigkeit das Tor in Christus, und selig sind alle, die hier hineinziehen und ihren Weg gerade gehen in Heiligkeit"6 der Erkenntnis.

8. Dementsprechend setzt Clemens in seinem Brief an die Korinther die Unterschiede der in der Kirche Bewährten auseinander und sagt wörtlich: "Mag einer gläubig sein, mag er fähig sein, Erkenntnis auszusprechen, mag er weise sein in Unterscheidung von Reden, mag er gewaltig in Werken sein."7

1: Ich lese mit Schwartz (xxx) ou teleioi gignontai mono to eu poiein.
2: Röm 4,2.16.
3: Vgl. Joh 7,17.
4: Ps 117,19.
5: Ps 117,20; beides aus dem 1.Clemensbrief 48,2f; vgl. Strom. VI 64,2.
6: 1.Clemensbrief 48,4.
7: Ebd. 48,5.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger