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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Erstes Buch
I. Kapitel

4.

1. Wenn nun beide das Wort verkünden, der eine mit der Schrift, der andere mit der Rede, wie sollten dann nicht beide Lob verdienen, da sie den Glauben durch die Liebe wirksam machen?1 Da die Schuld bei dem liegt, der nicht das Beste wählte, ist Gott ohne Schuld2 So ist es denn die Aufgabe der einen, das Wort auf Zinsen hinauszugeben, die Aufgabe der anderen, es zu prüfen und es entweder zu wählen oder zu verwerfen. Die Entscheidung darüber fällt bei ihnen selbst.

2. Aber die Tätigkeit des Verkündens (des göttlichen Wortes) hat es immer mit einer Botschaft zu tun, und sie ist heilsam, auf welche von den beiden Weisen sie auch wirken mag, sei es mit der Hand (bei der Schrift) sei es mit der Zunge (bei der Rede). "Denn wer auf den Geist sät, wird aus dem Geist ewiges Leben ernten; laßt uns aber nicht müde werden, [S. 14] das Gute zu tun!"3

3. Wer dank der göttlichen Vorsehung mit der Botschaft bekannt wird, dem verleiht sie jedenfalls die höchsten Güter: den Anfang des Glaubens, den Vorsatz, einen richtigen Wandel zu führen, das Streben nach Wahrheit, den regen Eifer im Forschen, die Wegspur zur Erkenntnis; sie eröffnet ihm, um es kurz zu sagen, den Weg zum Heil. Wer aber rechtmäßig in den Lehren der Wahrheit aufgezogen wurde, erlangt die Wegzehrung für das ewige Leben und wird für die Fahrt zum Himmel beflügelt.4

4. In ganz bewundernswerter Weise sagt daher der Apostel: "Indem wir uns in jeder Hinsicht empfehlen als Gottes Diener, als Arme, die aber viele reich machen, als solche, die da nichts haben und doch alles besitzen. Unser Mund ist euch gegenüber aufgetan."5 Und in einem Brief an Timotheus sagt er: "Ich beschwöre dich vor dem Angesicht Gottes und Christi Jesu und der auserwählten Engel, daß du solches ohne Vorurteil beobachtest und nichts nach Gunst tust."6

1: Vgl. Gal 5,6.
2: Vgl. Platon, Staat X p. 617 E; Paid. I 69,1 mit Anm.
3: Gal 6,8f.
4: Vgl. Platon, Phaidr. p. 248 B-E.
5: 2 Kor 6,4.10f.
6: 1 Tim 5,21.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger