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Origenes († 253/54) - Gegen Celsus (Contra Celsum)
Viertes Buch

74.

Mit vielen Worten wirft uns Celsus im folgenden vor, " wir behaupteten, Gott habe alles für den Menschen gemacht" . Und er will aus der Tiergeschichte und aus dem Scharfsinn, der sich an den Tieren zeigt, nachweisen, dass " das Weltganze ebensogut der unvernünftigen Tiere als der Menschen wegen geschaffen worden ist." Er scheint mir da etwas Ähnliches zu tun wie jene Leute, die, von ihrem Hasse verblendet, ihren Feinden dasselbe zum Vorwurf machen, was sie an ihren lieben Freunden loben. Wie diese der Haß blind macht und nicht merken läßt, dass die Beschuldigungen, womit sie ihre Feinde zu schmähen glauben, auf ihre besten Freunde zurückfallen, auf dieselbe Art hat auch Celsus, in seinem Denken verwirrt, nicht gesehen, dass er auch die stoischen Philosophen angreift, die nicht mit Unrecht den Menschen und überhaupt die vernünftigen Wesen über alle unvernünftigen stellen und behaupten, die Vorsehung habe vorzüglich um der vernünftigen Wesen willen alles hervorgebracht. Und so sind ihrem Werte nach die vernünftigen Wesen als die vorzüglicheren gleichsam die geborenen Kinder, die unvernünftigen und seelenlosen Wesen dagegen gleichsam die Hülle, welche das Kind im Mutterschoße umgibt. Ich meinerseits bin der Ansicht, dass, wie in den Städten die Marktmeister, die die Aufsicht über die1 Waren führen, ihres Amtes nur der Menschen wegen walten, wenn auch den Hunden und anderen vernunftlosen Wesen von dem Überfluß etwas zugute kommt, - dass ebenso auch die Vorsehung vorzugsweise für die vernünftigen Wesen sorgt, dass aber folgerichtig auch den vernunftlosen Wesen das zugute kommt, was der Menschen wegen geschieht. Und wie sich der im Irrtum befände, der da meinte, die Marktaufseher sorgten nicht in höherem Grade für die Menschen als für die Hunde, weil auch die Hunde von der Fülle der Marktwaren ihren Teil bekommen, so versündigen sich noch viel mehr Celsus und seine Gesinnungsgenossen gegen den für die vernünftigen Wesen sorgenden Gott, wenn sie behaupten: " Warum sollten diese Dinge mehr für die Menschen zur Nahrung bestimmt sein als für die Gewächse, die Bäume, Gräser und Disteln?"

1: dort feilgebotenen

 

 

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Allgemeine Einleitung über Leben und Schriften des Origenes

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger