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Origenes († 253/54) - Gegen Celsus (Contra Celsum)
Drittes Buch

5.

Im folgenden meint Celsus, " die Juden seien ägyptischen Ursprungs und hätten Ägypten verlassen als Empörer gegen das Gemeinwesen der Ägyptier und in Verachtung , der in Ägypten herkömmlichen Gottesverehrung," und sagt, "die Juden hätten dasselbe, was sie den Ägyptiern angetan, von den Anhängern Jesu, die in ihm den Messias sehen, erfahren; und für beide Völker sei schuld an der Neuerung die Empörung gegen das Gemeinwesen geworden". Was nun Celsus an dieser Stelle behauptet hat, ist zu überlegen. Die alten Ägyptier hatten dem Volk der Hebräer, das infolge einer in Judäa herrschenden Hungersnot nach Ägypten gekommen war, viel Übles angetan1 . Weil sie schutzsuchende Fremdlinge bedrückt hatten, deshalb erlitten sie die Züchtigung, die durch die göttliche Vorsehung gegen das ganze Volk verhängt werden mußte, denn es hatte sich gegen einen ganzen Stamm verschworen, der bei ihm Hilfe gesucht und ihm nichts zuleide getan hatte. Von den Plagen Gottes heimgesucht ließen sie bald darauf diejenigen, die sie wider alles Recht als Sklaven behandelt hatten, mit innerem Widerstreben ziehen, wohin sie wollten2 . In ihrer Eigenliebe zogen sie nun die irgendwie ihrem Stamm zugehörigen Leute selbst denjenigen Fremden vor, die jene an redlicher Gesinnung übertrafen, und erhoben gegen Moses und die Hebräer alle nur möglichen Anklagen. Und da sie die durch Moses vollbrachten Wunder nicht ganz leugnen konnten, so stellten sie die Behauptung auf: dass sie durch Zauberei und nicht durch göttliche Kraft zustande gekommen seien3 . Moses aber war kein Zauberer, sondern ein frommer Mann, der Gott, dem Herrn der Welt, diente; erleuchtet von dem göttlichen Geiste, hat er den Hebräern Gesetze gegeben, wie sie die Gottheit ihm andeutete, und hat die Ereignisse so in seinen Schriften verzeichnet, wie sie in Wahrheit verliefen.

1: vgl. Gen 46 f; Ex 1
2: vgl. Ex 12,31 ff: 5,6
3: vgl. Ex 7,11 ff; 8,7

 

 

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Allgemeine Einleitung über Leben und Schriften des Origenes

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger