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Origenes († 253/54) - Ermahnung zum Martyrium (Exhortatio ad martyrium)

35.

er aber solches erwogen hat, wird der nicht hierbei mit dem Apostel ausrufen: "dass die Leiden der Gegenwart nichts wert sind gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll1"? Denn wie sollte nicht "das Bekenntnis vor dem Vater" um vieles bedeutender sein, als das Bekenntnis vor Menschen? Und wie sollte nicht das Bekenntnis auf Erden, das die Märtyrer für den Sohn Gottes ablegen, außerordentlich überboten werden durch das Bekenntnis dessen in den Himmeln, zu dem sie sich bekannt haben? Denkt aber jemand daran, zu verleugnen "vor den Menschen2", der soll sich dessen erinnern, der ohne Trug gesprochen hat: "den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater in den Himmeln3."

[S. 193] Da aber die Worte bei Matthäus so lauten: "zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater in den Himmeln4", bei Lukas aber (so) : "zu dem wird sich auch der Menschensohn bekennen vor den Engeln Gottes5", so überlege ich, ob nicht etwa "der Erstgeborene aller Schöpfung", "das Ebenbild des unsichtbaren Gottes6" sich zu dem Bekenner "bekennt vor dem Vater in den Himmeln", der aber, welcher "aus Davids Samen nach dem Fleische" geworden und deshalb "Menschensohn" ist und von einem Weibe, das selbst Mensch ist, stammt und deshalb "Menschensohn" heißt7, worunter der Mensch an Jesus verstanden wird - dass dieser sich zu den Bekennern "vor den Engeln Gottes" bekennt. Das dem Entsprechende ist auch über die Verleugner auszusagen.

Ferner ziehe man auch folgendes in Erwägung. Wer sich zu dem Sohn "vor den Menschen" bekennt, der empfiehlt, so viel in seiner Macht steht, das Christentum und den Urheber dieses Christentums bei denen, vor welchen er sein Bekenntnis ablegt; wer aber vor dem "Erstgeborenen aller Schöpfung" und dem "Menschensohn" bekannt wird, der wird durch das Bekenntnis des "Sohnes Gottes" und des "Menschensohnes" dem Vater in den Himmeln un den Engeln Gottes empfohlen. Wenn aber wirklich "nicht jener ein bewährter Mann ist, der sich selbst empfiehlt, sondern der, welchen der Herr empfiehlt8", wie sollte man da an der Bewährung dessen zweifeln, welcher der Empfehlung an den Vater in den Himmeln und der Empfehlung an die Engel Gottes für würdig erklärt worden ist? Wenn aber dieser und die ihm ähnlichen "bewährt" sind, die der Herr "wie Gold im Schmelzofen durch Folterqualen und peinliche Fragen geprüft "und wie ein vollkommenes Opfer angenommen hat9", was soll man von jenen sagen, die, in "dem Ofen" der Versuchung [S. 194] geprüft, verleugnet haben und die (dann) als nicht bewährte (Christen) "vor dem Vater in den Himmeln10" und "vor den Engeln Gottes11" von dem verleugnet werden,, der einen jeden verleugnet, welcher der Verleugnung wert ist?

1: Röm. 8,18.
2: Vgl. Matth. 10,32; Luk. 12,9.
3: Matth. 10,33.
4: Matth. 10,32.
5: Luk. 12,8.
6: Kol. 1,15; 2 Kor. 4,4 (Wiesh. 7,26).
7: Vgl. Röm. 1,3; Joh. 5,27; Matth. 1,20.
8: 2 Kor. 10,18.
9: Vgl. Wiesh. 3,6.
10: Vgl. Dan. 3,6; Matth. 13,42.50.
11: Vgl. Matth. 10,33.

 

 

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Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung
Allgemeine Einleitung über Leben und Schriften des Origenes
Einleitung: Ermahnung zum Martyrium

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger