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Origenes († 253/54) - Ermahnung zum Martyrium (Exhortatio ad martyrium)

26.

Zuletzt nahm Antiochus den jüngsten beiseite. In der Überzeugung, dass auch dieser einer der Brüder sei, die solche große Schmerzen für nichts achteten, und dass er den gleichen Vorsatz wie jene habe, wandte er andere Mittel und Wege an. Er glaubte nämlich, dass er durch Zureden, verbunden mit eidlichen Versicherungen, gewonnen werden könnte, (indem er sagte), "er werde ihn reich und glücklich machen, wenn er sich von seinem väterlichen Gesetz trenne", auch werde er ihn unter seine "Freunde" einreihen und ihm königliche "Ämter" anvertrauen1. Als aber der Tyrann nichts ausrichtete, da der Jüngling seine Worte als unvereinbar mit seinem eigenen Vorsatz anfänglich gar nicht beachtete, da "rief er dessen Mutter herbei und ermahnte sie, Ratgeberin des Jünglings zu seinem Heil zu werden2." Diese aber gab sich den Anschein, als wolle sie ihren Sohn den Wünschen des Tyrannen geneigt machen, und redete "mit Verspottung des Tyrannen" ihrem Sohn eindringlich zu, standhaft zu bleiben3, so dass der Jüngling, ohne die Vollziehung der Strafe abzuwarten, ihr zuvorkam und die Henkersknechte mit den Worten heranrief: "Was zögert und zaudert ihr? Denn wir hören (nur) auf das von Gott gegebene Gesetz4"; ein Gebot, das Gottes Worten zuwider ist, darf man nicht gelten lassen. Aber wie ein König gegen die von ihm Gerichteten, so verkündete er auch das Urteil gegen den Tyrannen, vielmehr ihn richtend, als von ihm gerichtet, und (zwar) behauptete er, der Tyrann, "der [S. 181] seine Hände gegen die Himmelskinder erhoben habe", werde "werde dem Gericht des allmächtigen und alles sehenden Gottes nicht entgehen5."

1: Vgl. 2 Makk. 7,24.
2: Vgl. 2 Makk. 7,25
3: Vgl. 2 Makk. 7,27-19.
4: Vgl. 2 Makk. 7,30.
5: Vgl. 2 Makk. 7,31.34-36.

 

 

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Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung
Allgemeine Einleitung über Leben und Schriften des Origenes
Einleitung: Ermahnung zum Martyrium

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger