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Justin der Märtyrer († um 165) - Dialog mit dem Juden Trypho (Dialogus cum Tryphone)

98.

1. Ich will den ganzen Psalm zitieren, damit ihr erfahret, wie ehrfurchtsvoll Christus gegen seinen Vater ist, wie er mit Rücksicht auf ihn alles erträgt, [S. 160] wie er zu ihm betet, er möge ihn von diesem Tode befreien, wie er aber auch in dem Psalme offenbart, wer diejenigen sind, welche sich gegen ihn auflehnen, und wie er darlegt, daß er in der Tat ein leidensfähiger Mensch geworden ist. 2. Der Psalm lautet 1: ‚O Gott, mein Gott, achte auf mich! Warum hast du mich verlassen? Ferne von meinem Heile sind die Worte meines Elendes. Mein Gott, tagüber schreie ich zu Dir, und nicht willst Du auf mich hören; und nachts und ich habe davon gewußt. Du 2 aber wohnst im Heiligtume, Gepriesener, Israel! Auf Dich haben gehofft unsere Väter, sie haben gehofft, und Du hast sie erlöst, zu Dir haben sie gerufen, und sie wurden gerettet; auf Dich haben sie ihr Vertrauen gesetzt, und nicht wurden sie zuschanden. 3. Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch; ein Spott der Leute und des Volkes Verachtung. Alle, die mich sahen, spotteten über mich, schwätzten mit den Lippen und schüttelten das Haupt: ‚Auf den Herrn hat er gehofft, er möge ihn befreien, ihn erlösen, da er Gefallen an ihm hat!’ Denn Du hast mich gezogen aus dem Schoße, Du, meine Hoffnung von den Brüsten meiner Mutter an. Auf Dich bin ich gewiesen vom Mutterschoße an; vom Leibe meiner Mutter an mein Gott bist Du. Weiche nicht von mir! Denn die Trübsal ist nahe, und keiner ist, der mir hilft. 4. Umrungen haben mich viele Kälber, fette Stiere mich umlagert. Wider mich rissen sie ihren Mund auf wie ein Löwe, der raubt und brüllt. Wie Wasser ist hingegossen und zerdehnt ist all mein Gebein. Geworden ist mein Herz wie Wachs, zerfließend im Innern meines Leibes. Ausgetrocknet ist wie eine Scherbe meine Kraft, und meine Zunge klebt an meinem Gaumen, und in den Staub des Todes führtest Du mich hinab. Denn viele Hunde haben mich umzingelt, eine Schar von Bösewichtern hat mich umlagert. Meine Hände und meine Füße haben sie durchbohrt, all meine Gebeine haben sie gezählt; sie aber sahen mich und schauten mich an. 5. Meine Kleider [S. 161] verteilten sie unter sich, und über mein Gewand warfen sie das Los. Du aber, o Herr, halte nicht ferne von mir Deine Hilfe; schaue mir zu helfen! Befreie vom Schwerte meine Seele und aus des Hundes Pfote meine Eingeborene! Errette mich aus dem Rachen des Löwen, meine Niedrigkeit aus den Hörnern der Einhörnigen! Von Deinem Namen werde ich erzählen meinen Brüdern, in Mitte der Gemeinde will ich Dir lobsingen. Ihr, die ihr fürchtet den Herrn, preiset ihn! Alle Nachkommen Jakobs, verherrlicht ihn! Fürchten sollen sich vor ihm alle Nachkommen Israels!’“

1: 21, 2-24.
2: Dieser Satz ist nach 100,1 an Jesus gerichtet.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger